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«Das wird ein intensiver Dezember»

Falls der Curling Club seine neue Halle in Zollbrück bauen will: Würde die Gemeinde Langnau trotzdem zahlen? Und bringt die neuste Entwicklung gar den Stadionumbau in Gefahr? Gemeindepräsident Bernhard Antener nimmt Stellung.

Markus Zahno
Bernhard Antener hofft, «dass wir im letzten Moment nicht noch einen Fehler machen».
Bernhard Antener hofft, «dass wir im letzten Moment nicht noch einen Fehler machen».

Herr Antener, in Zollbrück planen Manfred Humbert und Klaus Schmid eine neue Curlinghalle – als Alternative zum Projekt im ehemaligen Langnauer Coop. Was halten Sie davon? Bernhard Antener: Vor allem bin ich froh und dankbar, dass hier in Langnau alles geklappt hat, dass weder gegen den Stadionumbau noch gegen die Curlinganlage im ehemaligen Coop Einsprachen eingegangen sind. Und die Einsprache gegen die oberirdische Überbauung des alten Coop-Areals wird, so wie es aussieht, ebenfalls nicht weitergezogen. In Langnau könnte der Curling Club nächsten Frühling also bauen. Wir sind jetzt so weit, dass wir nicht im letzten Moment noch einen Fehler machen sollten.

Wäre eine Curlinghalle in Zollbrück denn ein Fehler? Nein, ich meine etwas anderes: Es ist wichtig, dass wir den Ball nun flachhalten und keine Schnellschüsse produzieren. Zuerst gilt es, das Alternativprojekt zu studieren – bis jetzt habe ich es noch nicht gesehen – und eine Auslegeordnung mit allen Vor- und Nachteilen zu machen. Dabei ist insbesondere der Curling Club gefordert. Wir als Gemeinderat müssen von ihm dann wissen, zu welchem der beiden Projekte er tendiert.

Kommt das Alternativprojekt zu spät? Noch im Frühjahr diskutierten wir darüber, die neue Curlinghalle unterirdisch beim Ilfisstadion zu bauen – was sich wegen der hohen Kosten als unmöglich erwies. Danach mussten wir eine andere Lösung suchen. Natürlich wären wir froh gewesen, wenn es bereits damals mehrere Alternativen gegeben hätte. Nun ist es halt später dazu gekommen. Dass es zu spät sei, würde ich aber nicht sagen.

Für eine Curlinghalle in Zollbrück müsste Langnau nochmals über den Gemeindebeitrag abstimmen. Wann wäre der frühestmögliche Abstimmungstermin? In den Grossen Gemeinderat käme das Geschäft sicher nicht vor dem 6.Februar. Wenn die Gemeinde mehr als 1,5 Millionen Franken sprechen soll, bräuchte es auch das Ja des Volkes. Diese Urnenabstimmung fände frühestens im Juni statt.

Die Curlinghalle Zollbrück wäre günstiger, und die Rinks wären genügend breit – was im alten Coop nicht der Fall wäre... ... in die technische Diskussion mischen wir uns nicht ein. Das müssen die Curler beurteilen. Wie ich gehört habe, ist es aber nicht matchentscheidend, ob die Breite der Rinks 4,50 oder 4,75 Meter beträgt. Schliesslich sind sie auch in der bestehenden Halle nicht 4,75 Meter breit.

Aber die Kosten könnten durchaus entscheidend sein. Das ist sicher einer von verschiedenen Faktoren. Schlussendlich geht es hier auch um eine politische Frage: Ist Langnau bereit, ein Projekt an einem anderen Standort zu finanzieren?

Und wie lautet Ihre Antwort? Der Gemeinderat wird eine Güterabwägung vornehmen müssen. Ich bin grundsätzlich sehr dafür, regional zu denken, schlage die Türe deshalb nicht von vornherein zu. Aber auf der anderen Seite halte ich nochmals fest: Wir haben dem Curling Club gemeindeinternen Ersatz für seine heutige Anlage angeboten.

Die Nachbargemeinden zahlen auch für Langnauer Projekte, etwa an das neue Dach der Ilfishalle. Nun könnte Langnau einmal das Umgekehrte tun. Das haben wir in der Vergangenheit bereits mehrmals getan. Wir unterstützten zum Beispiel die neue Beschneiungsanlage in Schangnau oder die Ballsporthalle in Zollbrück. Natürlich waren dies aber viel kleinere Summen. In vorliegenden Fall würden wir entscheidend mithelfen, eine Sportanlage in einer Nachbargemeinde zu finanzieren.

Im März soll der Umbau der Ilfishalle beginnen. Bis wann muss der Curling Club verbindlich zusagen, dass seine heutige Halle abgerissen werden darf? Nach der ausserordentlichen Hauptversammlung der Curler vom 4.Januar muss diese Zusage vorliegen. Ansonsten könnte der Stadionumbau Ende März nicht beginnen. Das würde niemand verstehen.

Und was ist mit dem Schwingkeller im ehemaligen Coop: Könnte er auch ohne Curlinganlage gebaut werden? Das hängt davon ab, ob die Firma Losinger Marazzi bereit ist, nur einen Teil des ehemaligen Coop-Ladenlokals zu verkaufen. Zudem fragt sich, wie hoch die Betriebskosten für die Schwinger ohne Curlinganlage wären. Wir werden nun an vielen Fronten Gespräche führen. Das wird ein äusserst intensiver Dezember.

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