Zum Hauptinhalt springen

Das niedergerissene Brunnenhaus wird definitiv wieder aufgebaut

Ende gut, alles gut: Das Brunnenhaus im Garten der denkmalgeschützten Villa Roth in Burgdorf wird auferstehen – als Kopie.

«Wir haben die Kurve erwischt.» Jürg Schweizer, der als kantonaler Denkmalpfleger schon länger abgetreten ist, für seine frühere Arbeitgeberin aber nach wie vor einzelne Dossiers betreut, ist zufrieden: Das Brunnenhaus im Garten der Villa Roth in Burgdorf, das vor gut einem Jahr quasi über Nacht dem Boden gleichgemacht worden war, wird definitiv wieder aufgebaut.

Zwar nur als Kopie, bei der nur noch Einzelteile wie die Rosetten, die Vasen oder der Wasser speiende Löwenkopf vom niedergerissenen Original stammen, aber immerhin: «Die Rekonstruktion ist die beste Variante, die übrig geblieben ist.»

«Ein kostbares Objekt»

Denn das Brunnenhaus ist nicht «irgendein Hüsli» gewesen, wie Schweizer schon kurz nach dem Abbruch klarmachte, sondern «ein kostbares Objekt, wie man im Kanton Bern kaum ein zweites findet». Der damalige Denkmalpfleger verwies auf das Burgdorfer Bauinventar, das den Bau von 1895/1896 als «vorzügliches Kleinmonument mit reichem neoklassizistischem Formenvokabular» bezeichnete, seine «verzierte und reliefierte Blendfassade mit festlicher Triumphbogen-Architektur» lobte und festhielt, er erinnere «durch Gestaltung und Stellung an die Belvedere-Nische im Vatikan».

Kein Wunder, hatten nur zwei Monate zuvor an einem geführten Rundgang die Freunde historischer Bauwerke just im Garten der Villa Roth Halt gemacht.

Trümmer als Grundlage

Rosetten, Vasen und Löwenkopf waren schon vor dem Abbruch zur Seite geschafft worden – später gelang es darüber hinaus, die Trümmer zu retten. Dank ihnen habe ein Spezialist nun «alle wesentlichen formierten Steinteile» und «alle wichtigen Hölzer» der seitlich angebauten Pergola eins zu eins aufnehmen können, fährt Schweizer fort. Stehen geblieben sei weiter das Fundament, sodass auch eine präzise Rekonstruktion des Grundrisses möglich geworden sei.

Aufwertung für den Garten

Am neuen Brunnenhaus wird – mit Ausnahme der paar originalen Einzelteile – nichts mehr alt sein. Laut Schweizer wird die Kopie innerhalb der Gartenanlage auch leicht verschoben, zu diesem Kompromiss, sagt er, habe er nach längerer Diskussion die Hand reichen können.

Zumal der Umschwung der geschützten Villa Roth gleichzeitig aufgewertet wird, wie dem Baugesuch noch zu entnehmen ist: Ein Einfamilienhaus mit Garage, das erst in den 1950-Jahren aufs Areal gestellt worden ist, wird abgerissen und durch «eine zeitgenössische Gartenanlage» ersetzt, wie es Schweizer formuliert. Diese nehme zwar Bezug auf das historische Ensemble, atme aber den Geist der heutigen Zeit – «sie ist eine schöne Erweiterung».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch