Das Defizit ist stark geschrumpft

Wie in anderen Gemeinden landauf, landab schliesst die Rechnung 2014 auch in Langnau besser ab als budgetiert. Es resultierte schlussendlich ein Aufwandüberschuss von noch gut 100'000 Franken.

Bernhard Antener hat etwas weniger Finanzsorgen.

Bernhard Antener hat etwas weniger Finanzsorgen.

(Bild: Walter Pfäffli)

Susanne Graf

«Die Steuererhöhung war leider notwendig.» Dieses Fazit zog Langnaus Gemeindepräsident Bernhard Antener gestern Nachmittag, als er vor den Medien die Rechnung 2014 präsentierte. Zum ersten Mal basierte diese auf der erhöhten Steueranlage von 1,94. Bei einem Aufwand von 46,4 Millionen Franken resultierte ein Defizit von knapp 110'000 Franken. Budgetiert hatte der Gemeinderat einen ungleich höheren Aufwandüberschuss, nämlich 1,15 Millionen Franken. So hoch wäre der Fehlbetrag ungefähr geworden, wenn das Volk der Steuererhöhung im Herbst 2013 nicht zugestimmt hätte. Nun aber belief sich das Eigenkapital Ende Jahr auf 4,75 Millionen Franken, was rund 5 Steuerzehnteln entspricht. «Damit sind wir im grünen Bereich», sagte Antener. Ohne Steuererhöhung läge das Eigenkapital Ende 2015 noch bei gut 2 Millionen Franken. «Und damit wäre die Decke sehr, sehr dünn», erklärte Antener.

Mehr Steuereinnahmen

Doch was führte in Langnau zu der markanten Besserstellung gegenüber dem Budget? Dafür ist vorab der Steuerertrag verantwortlich, der gegenüber dem Voranschlag um gut 600'000 Franken höher ausfiel. Die natürlichen Personen und die Liegenschaftssteuern brachten wesentlich mehr ein. Dafür wurden bei den juristischen Personen 100'000 Franken weniger ausgewiesen, wobei dieser Posten sogar um 250'000 Franken schlechter abschliessen würde, wenn die Gemeinde nicht noch Rückstellungen aufgelöst hätte. Erklären konnte sich Antener diesen Rückgang gestern nicht.

Weniger Investitionen

Weiter haben kleinere Buchgewinne und tiefere Zahlungen an den Lastenausgleich für Lehrergehälter und den öffentlichen Verkehr zum erfreulichen Jahresergebnis der Gemeinde Langnau beigetragen.

Im Budget hatte der Gemeinderat Investitionen von 5,5 Millionen Franken vorgesehen. Getätigt wurden allerdings lediglich 3,4 Millionen Franken. «Wir haben den Motor nach dem verheerenden Jahr 2012 gedrosselt», erklärte Antener und erinnerte damit an das rekordhohe Defizit von fast 3 Millionen Franken. Dass letztes Jahr aber noch weniger investiert wurde als im Budget vorgesehen, hing auch mit Einsprachen zusammen, wegen denen Tiefbauvorhaben auf dem Zeughausareal, am Dorfberg und an der Haldenstrasse noch nicht realisiert werden konnten. Mit den tieferen Investitionen begründete Bernhard Antener auch die Tatsache, dass die Abschreibungen um 1,2 Millionen Franken tiefer ausfielen als budgetiert.

Berner Zeitung

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