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Das 1000-Seiten-Vertragsgebäude des Kantons ist bezugsbereit

Die bernische Kantonsverwaltung bezieht derzeit in Burgdorf spezielle Gebäude: Jene des neuen kantonalen Verwaltungszentrums Neumatt.

Blick in die neue Verwaltungsgebäudeanlage Neumatt in Burgdorf kurz vor der Eröffnung.
Blick in die neue Verwaltungsgebäudeanlage Neumatt in Burgdorf kurz vor der Eröffnung.
Thomas Peter

Es ist laut dem Kanton Bern das erste echte in einer sogenannten Public-Private-Partnership (PPP) realisierte Bauprojekt der Schweiz.

Das Besondere an dieser Partnerschaft zwischen der öffentlichen Hand und Privaten ist, dass nicht der Kanton Bern das Gebäude geplant und gebaut hat, sondern das private Konsortium Zeughaus PPP AG. Das ist ein Zusammenschluss der Marti Generalunternehmung AG und der BAM Deutschland AG.

Die Idee hinter dieser Art des Bauens ist, dass Private unter bestimmten Bedingungen ein Gebäude schneller und günstiger hochziehen können als der Kanton.

Diese Annahme habe sich in Burgdorf bestätigt, sagte die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer laut Redetext bei der Vorstellung des 150 Millionen Franken teuren Zentrums am Montag vor den Medien in Burgdorf. «Wir haben etwas gewagt. Und ich darf heute (...) sagen: Wir haben gewonnen».

Die Bauzeit sei tatsächlich deutlich kürzer ausgefallen als üblich und über die kommenden 25 Jahre hinaus betrachtet werde das Gesamtprojekt alles in allem günstiger. Der Kanton habe erhalten, was er bestellt habe.

Auf dem ehemaligen Kasernenareal des Bundes in Burgdorf stehen nun sieben neue Gebäude. Sie beherbergen 450 Arbeitsplätze für die Kantonsverwaltung und die Justiz, einen Werkhof des Kantons und ein Regionalgefängnis für 110 Insassen.

16,8 Millionen Franken Abgeltung pro Jahr

Für Egger entscheidend für den Erfolg in Burgdorf war, dass der Kanton Bern PPP-Projekte im Ausland analysiert und aus den Problemen gelernt hat. Die Folge daraus war, dass der Kanton Bern die Zeughaus PPP AG verpflichtete, die Anlagen nicht nur zu planen und zu bauen, sondern auch während 25 Jahren zu betreiben.

So sei gewährleistet, dass auch gut gebaut werde. Nicht alle Gebäude eigneten sich aber für ein solches Modell, sagte Egger weiter, und die Zusammenarbeit sei «hochkomplex». Nicht weniger als 1000 Seiten stark ist der Vertrag zwischen Kanton Bern und der PPP Zeughaus AG.

Obwohl der Kanton Bern die Gebäude nicht selber baute, gehören sie ihm. Er zahlt für die Nutzung dem Erbauerkonsortium pro Jahr 16,8 Millionen Franken.

Wegen des Pioniercharakters des Projekts hat der Kanton Bern die Erfahrungen laut Egger «extensiv ausgewertet». In einem Praxisleitfaden des Vereins PPP Schweiz sind sie publiziert worden.

Folge der Verwaltungsreform

Der Bau des neuen Verwaltungszentrums ist eine Folge der Reform der kantonalen Verwaltung und der Justizreform. In den neuen Gebäuden arbeiten Personen, die bisher in insgesamt 19 kantonalen Dienststellen an vierzehn Standorten in Burgdorf, Fraubrunnen, Langnau und Aarwangen arbeiteten.

Auch das Regionalgericht Emmental-Oberaargau wird auf dem Areal untergebracht. Dessen Aussenstellen Aarwangen und Langnau verschwinden am 26. April. An diesem Tag werden die Gebäude offiziell eingeweiht.

SDA/js

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