Zum Hauptinhalt springen

Bushof: Kampf um Millionen beginnt

2,5 Millionen Franken will die Stadt Burgdorf in die Umgestaltung des Bahnhofplatzes und in den Bau eines Bushofes investieren. Bewilligt der Stadtrat den Projektkredit im nächsten Jahr, soll der Bau 2018 beginnen – mit siebenjähriger Verspätung.

Gegenwart: Das Perrondach des alten RM-Bahnhofs (im Hintergrund) dient den Buspassagieren  als Schutz vor Schnee und Regen. Die Holzkonstruktion ist noch nicht baufällig, soll aber abgebrochen werden.
Gegenwart: Das Perrondach des alten RM-Bahnhofs (im Hintergrund) dient den Buspassagieren als Schutz vor Schnee und Regen. Die Holzkonstruktion ist noch nicht baufällig, soll aber abgebrochen werden.
Thomas Peter
Zukunft: Grosse Glasdächer des geplanten Bushofs beim Bahnhof Burgdorf sollen für lichtdurchflutete Warteräume für die Passagiere sorgen.
Zukunft: Grosse Glasdächer des geplanten Bushofs beim Bahnhof Burgdorf sollen für lichtdurchflutete Warteräume für die Passagiere sorgen.
zvg
1 / 2

Längst sollten die Passagiere beim Bahnhof Burgdorf auch bei Schnee und Regen im Trockenen auf die Busse warten können. Und auch der neue Busterminal müsste bereits in Betrieb sein. 2009 ging der damalige Gemeinderat Martin Kolb davon aus, dass das Bahnhofareal entsprechend dem Projekt der Zürcher Architekten Margreth Blumer und Oliver Schwarz im Jahr 2011 umgestaltet sein wird. Doch baulich ist seither nichts passiert. Einzig die Velostation ist in Betrieb.

Für Peter Hänsenberger, der damals noch nicht Leiter der Baudirektion war, gibt es für die Verzögerung gute Gründe. Kurz nach dem Projektwettbewerb habe sich der Stadt die Möglichkeit geboten, für das damals auf 3 Millionen Franken veranschlagte Bauwerk Agglogelder zu beantragen. Voraussetzung dafür sei ein vom Bund genehmigtes Aggloprogramm. Die Stadt entschied sich dann, zuerst die beiden Emmequerungen Typonsteg und Neumattbrücke sowie die Velostation zu realisieren – diese Bauwerke wurden zu 70 Prozent subventioniert.

45 Prozent bezahlt die Stadt

Nun möchte die Stadt den Bushof bauen und den Bahnhofplatz neu gestalten. Allerdings rechnet Hänsenberger jetzt mit Gesamtkosten von 5,5 Millionen Franken: 4,2 Millionen für den Bushof und 1,3 Millionen Franken für den Bahnhofplatz. Das Projekt sei Teil des Aggloprogramms 2015 bis 2018, weshalb sich der Bund mit 40 Prozent an den Kosten beteilige. Der Kanton Bern hat eine Zusage von mindestens 15 Prozent gemacht. Der exakte Wert wird noch ausgehandelt; maximal möglich wäre ein Beitrag von 30 Prozent. Die Stadt müsste demnach maximal 45 Prozent beziehungsweise 2,5 Millionen Franken beisteuern. Mit Subventionen von mindestens 3 Millionen Franken kann die Stadt jedoch nur rechnen, wenn die Bauarbeiten spätestens 2018 beginnen.

Die Visitenkarte

Bleibt die Frage: Weshalb haben sich die Projektkosten fast verdoppelt? Bei der 2009 genannten Zahl von 3 Millionen habe es sich um eine erste Kostenschätzung gehandelt, die nur den Bau des Bushofs umfasste. Aufgrund des Projektwettbewerbs sei nun ein Vorprojekt erarbeitet worden, «sodass wir jetzt über verlässliche Zahlen verfügen», erklärt der Leiter der Burgdorfer Baudirektion. Ihm sei die Realisierung des Projekts besonders wichtig, weil das Bahnhofquartier als kantonaler wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt Dienstleistung ausgeschieden worden sei und sich erste Areale in Entwicklung befänden: «Wenn wir Investoren nach Burgdorf bringen oder hier halten wollen, muss die Stadt auch ihren Teil beitragen.» Der Bahnhof und dessen Anbindung an die Buslinien sei quasi die erste Visitenkarte nach der Ankunft in Burgdorf.

Trotz Subventionen von mindestens 55 Prozent sind die Kosten eine hohe Hürde. Eine sorgfältige Vorbereitung und eine transparente Information der politischen Parteien und Stadtratsmitglieder sind deshalb für Hänsenberger zwingend. Voraussichtlich 2016 soll das Burgdorfer Parlament über den 5,5-Millionen-Kredit befinden.

Altes Perron verschwindet

Im Zentrum des Projekts steht der Bushof. Zehn Busse sollen andocken und unabhängig voneinander wegfahren können. Die Warteräume der Passagiere sollen mit Glasdächern versehen werden (das bestehende, aus Holz gebaute Perrondach wird abgebrochen). Anstelle des heutigen Verkehrskreisels auf dem Bahnhofplatz würde eine zweispurige Strasse gebaut.Urs Egli>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch