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«Burgdorf 2013 ist das grosse Ziel»

Thomas Zaugg war einer der Hauptakteure am Unspunnen-Fest und kämpfte sich auf den dritten Rang. Der Eggiwiler blickt nochmals zurück – und voraus in die Zukunft.

Markus Zahno
Da war die Chance auf den Unspunnen-Sieg noch intakt: Thomas Zaugg setzt nach seinem Sieg im fünften Gang gegen Edi Philipp zum Jubel an.
Da war die Chance auf den Unspunnen-Sieg noch intakt: Thomas Zaugg setzt nach seinem Sieg im fünften Gang gegen Edi Philipp zum Jubel an.

Was überwiegt am Tag nach Unspunnen: Die Freude über das Spitzenresultat oder die Enttäuschung über den verpassten Festsieg? Thomas Zaugg: Unmittelbar nach dem verlorenen sechsten Gang war ich extrem enttäuscht, schliesslich hätte ich die Chance gehabt, zu gewinnen. Im Nachhinein kann ich mit dem Fest aber sicher zufrieden sein.

Nach fünf Gängen waren Sie punktgleich mit Christian Schuler Zweiter – das Kampfgericht berücksichtigte aber ihn und nicht Sie für den Schlussgang... Klar hatte ich einen Moment lang Hoffnung, dass sie mich wählen würden, aber realistisch gesehen wusste ich, dass Schuler in den Schlussgang kommt. Er hatte noch nicht gegen den Führenden Daniel Bösch geschwungen, ich dagegen hatte meine Chance bereits gehabt und leider verloren. Schade war, dass Florian Gnägi (Zauggs Berner Teamkollege – die Red.) im fünften Gang gegen Bösch keinen Gestellten herausholte. Dann hätte es so oder so für den Schlussgang gereicht.

Haben Sie Florian Gnägi danach die Meinung gesagt? Er wusste selber, dass das nicht optimal war. Er kam zu mir und hat sich entschuldigt. Aber letztlich ist Schwingen nun mal ein Einzelsport, in dem jeder versucht, das Beste für sich herauszuholen.

Die Berner wurden bei der Einteilung nicht bevorteilt. Ja, Sämu (Feller, der Berner Vertreter im Kampfgericht – die Red.) musste sich ziemlich wehren. Wir hatten halt am meisten Favoriten am Start, da liegt es auf der Hand, dass die andern gemeinsam versuchen, Gegensteuer zu geben. Ich finde aber, alles in allem war unser Ergebnis mit fünf Schwingern in den Top zehn nicht so schlecht.

Sie selber wurden im Vorfeld kaum als Topfavorit genannt. Tut es weh, im Schatten von Kilian Wenger&Co. zu stehen? Mich persönlich stört das nicht. Immerhin habe ich am Fest gezeigt, dass ich auch zur Spitze gehöre. Mir ist es lieber, die anderen zu überraschen, als Favorit zu sein und die Leute ab und zu enttäuschen zu müssen.

Sie gewannen dieses Jahr zwei grosse Feste – das «Emmentalische» sowie den Schwarzsee – und insgesamt neun Kränze. Wie fällt Ihre Bilanz aus? Es war meine mit Abstand beste Saison, ich konnte von Frühling bis Herbst konstant auf hohem Niveau schwingen. Damit bin ich sehr zufrieden. Jetzt, nach Unspunnen, ist die Saison fast vorbei. Vielleicht werde ich noch an einem bis zwei Herbstfesten teilnehmen. Mal schauen.

Und über die Saison hinaus: Machen Sie bis zum «Eidgenössischen» 2013 in Burgdorf weiter? Ja, ich habe es im Sinn – sofern ich gesund bleibe. Schliesslich kann man nur einmal im Leben derart in der Nähe ein «Eidgenössisches» bestreiten. Burgdorf 2013 ist für uns Emmentaler Schwinger eine Supersache, ein grosses Ziel.

Wie bereiten Sie sich auf ein Fest wie Unspunnen vor? Nehmen Sie eine Woche Ferien? Ich hatte am Donnerstag- und Freitagnachmittag und jetzt den ganzen Montag frei. An dieser Stelle muss ich meinem Chef Reto Gerber mal ein Kompliment machen: Ich bekomme jeweils problemlos frei, damit ich zum Beispiel in die Physio kann, und auch meine Arbeitskollegen ziehen voll mit. Ohne eine so verständnisvolle Bude ist es heute praktisch unmöglich, an der Spitze mitzuschwingen.

Erzählen Sie uns: Wie sieht das Wochenprogramm eines Spitzenschwingers aus? Im Winter sind wir vier bis fünf Abende pro Woche am Trainieren – mit dem Schwingklub Siehen, im Fitnesszentrum Bodyline, an den Emmentaler Zusammenzügen oder in der Trainingsgruppe von Physiotherapeut Michel Olivari. Im Sommer, wenn fast jeden Sonntag ein Fest ansteht, wird das Pensum etwas reduziert. Denn irgendwann müssen auch wir uns erholen können.

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