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Bumbach: Sädelgraben soll entschärft werden

Die heftigen Unwetter der letzten Tage führen dazu, dass der Kanton das Schutzkonzept für das Emmental überprüft. Einer der neuralgischen Punkte ist der Sädelgraben in Bumbach.

Die Schutzmassnahmen beim Altenberg in der Stadt Bern werden von der Berufsfeuerwehr ab Dienstag wieder abgebaut.
Die Schutzmassnahmen beim Altenberg in der Stadt Bern werden von der Berufsfeuerwehr ab Dienstag wieder abgebaut.
Urs Baumann
Beim Altenberg müssen die Beaver-Schläuche seit dem 5. August eingezäunt werden, um sie vor Vandalen zu schützen.
Beim Altenberg müssen die Beaver-Schläuche seit dem 5. August eingezäunt werden, um sie vor Vandalen zu schützen.
Twitter.com/lerouge
Schlamm, soweit das Auge reicht: Auch der Schwingkeller in Schangnau fiel dem Hochwasser zum Opfer. Zivilschützer bei den Aufräumarbeiten am Montag.
Schlamm, soweit das Auge reicht: Auch der Schwingkeller in Schangnau fiel dem Hochwasser zum Opfer. Zivilschützer bei den Aufräumarbeiten am Montag.
Marcel Bieri
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Immer wieder der Sädelgraben. Dieser Bach beschert den Menschen und der Landschaft im Bumbächli in der Gemeinde Schangnau in regelmässigen Abständen Schaden und Leid. Zuletzt 2012 und vor allem vergangene Woche. Der Hof der Familie Graf wurde beide Male stark verwüstet. Für Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher ist deshalb klar: Der Bach ist einer der neuralgischen Punkte im Emmental, die es im Hinblick auf künftige Hochwasserereignisse zu entschärfen gilt. «Es ist dringend nötig, dass wir die Situation dort verbessern», sagte er am Mittwoch.

Ist ein Rechen die Lösung?

Bereits sind Geologen im Gebiet unterwegs und skizzieren mögliche wirkungsvolle Schutzmassnahmen. Eine Möglichkeit, die immer wieder genannt wird, ist die Installation eines Geschiebesammlers in Kombination mit einem Schwemmholzrechen. Damit könnte sichergestellt werden, dass Holz, Steine und anderes schweres Material weiter oben im Graben herausgefiltert würde und nur das Wasser weiter talwärts flösse.

Kreisoberingenieur Roger Schibler sagt zu dieser Idee: «Es ist ein Vorschlag, den wir sicher sehr ernsthaft prüfen müssen.» Noch sei aber nichts entschieden. «Wir sind momentan damit beschäftigt, zu prüfen, wo es in unserem Schutzkonzept allenfalls Lücken gibt.» Schibler warnt aber vor Illusionen: «Auch mit neuen Schutzbauten wird es nie möglich sein, ausnahmslos jedes Hochwasser zu beherrschen.»

Im Bumbächli wurden inzwischen diverse Sofortmassnahmen an die Hand genommen. So wurde beim Sädelgraben etwa ein provisorischer Schutzdamm errichtet. Bereits nach dem Unwetter 2012 war eine Blockverbauung realisiert worden, diese wurde nun mit dem Damm erweitert.

Zudem werden derzeit in den potenziellen Rutschgebieten Bäume gefällt und zersägt, damit diese bei einem allfälligen Hangrutsch nicht den Bach verstopfen können. Später soll im Bachgebiet in noch grösserem Umfang geholzt werden. Zu den Sofortmassnahmen zählt auch die Sprengung von zwei grossen Felsbrocken im Sädelgraben am letzten Sonntag. Dadurch hat der Bach mehr Platz erhalten.

In Bumbach hat am Mittwoch die Armee die Notbrücke zusammengebaut, noch ist sie allerdings nicht ganz fertig.

Berner Wasser abgestellt

Das Hochwasser vom vergangenen Donnerstag hatte nicht nur lokal grosse Auswirkungen. Betroffen war auch die Trinkwasserfassung bei Aeschau zwischen Eggiwil und Signau. Dort, unmittelbar neben der Emme, fasst die Wasserverbund Region Bern AG (WVRB) Trinkwasser, das nach Bern und in die Agglomerationsgemeinden geleitet wird. 50 Prozent des Berner Trinkwassers kommt aus dem Emmental.

WVRB-Geschäftsführer Bernhard Gyger sagt: «Wir mussten an jenem Donnerstag 4 von 8 Brunnen für einen Tag schliessen.» Ein nahe gelegener Bauernhof sei überflutet worden. Um keine Vermischung des sauberen mit dem schmutzigen Wasser zu riskieren, habe man zu dieser Massnahme gegriffen. «Eine Infiltration des Trinkwassers hat nicht stattgefunden», es habe sich lediglich um eine präventive Massnahme gehandelt.

Das kurzzeitig fehlende Emmewasser habe sich nicht auf die Wasserversorgung ausgewirkt. Dass der WVRB zu dieser Massnahme greifen musste, ist aussergewöhnlich. Im Emmental sei dies laut Gyger bisher noch nicht vorgekommen. In der Belpau, einer weiteren Wasserfassung, jedoch schon, beispielsweise während des Aarehochwassers von 2005, weiss Gyger.

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