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Buga zeigt kreative Energie

Die Buga 2013 hat es offenbart: In Burgdorf schlummert viel kreatives Potenzial. Ein Rundgang durch die Stände zeigt, wie lustvoll und einfallsreich sich das Burgdorfer Handwerk präsentieren lässt.

Das  Schwingerbrot. Hansueli Reinhard von der Hermann Dür AG präsentiert die Kreation des Bäcker-Konditoren-Vereins Oberaargau-Emmental.
Das Schwingerbrot. Hansueli Reinhard von der Hermann Dür AG präsentiert die Kreation des Bäcker-Konditoren-Vereins Oberaargau-Emmental.
Andreas Marbot
Wasser und Farbe.So präsentieren Thomas Binz, Kurt Studer, Simon Leuenberger und Joelle Moser (von links) Sanitärtechnik und Malerei.
Wasser und Farbe.So präsentieren Thomas Binz, Kurt Studer, Simon Leuenberger und Joelle Moser (von links) Sanitärtechnik und Malerei.
Andreas Marbot
Wellness an der Buga. Stefan und Corinne Liechti-Werthmüller bieten am Stand ihrer Schreinerei eine Oase der Ruhe.
Wellness an der Buga. Stefan und Corinne Liechti-Werthmüller bieten am Stand ihrer Schreinerei eine Oase der Ruhe.
Andreas Marbot
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Der Bäcker-Konditoren-Verein Oberaargau Emmental hat für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest ein neues Brot kreiert. An der Buga, am Stand der Hermann Dür AG, wurde es erstmals präsentiert. Die Bäcker waren aber bei weitem nicht die Einzigen, die die Buga 2013 zum Anlass nahmen, ihrer kreativen Energie freien Lauf zu lassen, wie ein Rundgang durch das Ausstellungsareal zeigt.

Vom fantasievollen Turm mit dicken Schläuchen, Giesskanne und Brause mitten im grossen Zelt plätschert nonstop südseeblaues Wasser in eine altmodische Wanne. Darin tummeln sich grellbunte Gummienten und verlocken zum Chosle. Unter dem Motto «Wasser und Farbe» haben Kurt Studer und Thomas Binz von Sanitär Aeschlimann gemeinsam mit Simon Leuenberger und Joelle Moser von der Malerei Tschannen-Leuenberger die amüsante Mischung kreiert, um das vorbei flanierende Publikum auf «Happy Feelings» von Wasser und Farbe aufmerksam zu machen.

Stolze Lehrlinge

Drüben in der Markthalle stellen der diplomierte Optiker Adrian von Gunten und Geschäftsleiter Michael Steffen von Elektro Etavis den Einsatz ihrer insgesamt 21 Lehrlinge in den Fokus. Simon Walthert und Sujiban Visuvalingam präsentieren sich am Stand und auf Dias an der Arbeit im Lager, bei Kunden und im Betrieb. «Es macht ein bisschen stolz, für die Buga hier zu stehen», lautet der Kommentar der beiden Elektrolehrlinge. Deborah Beutler setzt unterdessen einem silbernen Kopf diverse Brillengestelle auf die Nase, um den optischen Effekt zu zeigen. Dazu erzählt sie von ihrer Ausbildung als künftige Optikerin im zweiten Lehrjahr. Adrian von Gunten strahlt und geniesst offensichtlich das Interesse der Besucher.

Bereits zum vierten Mal präsentiert er sich mit der Firma Etavis (früher Elektro Beutler) an der Buga. Immer wieder ertönen Pfeifgeräusche vom Geschicklichkeitsspiel, dessen Drähte aller Vorsicht zum Trotz von den Spielern berührt werden. Täfeli und Schöggeli gibt es so oder so.

Müde Mädchen

Auf den einladenden Betten des Schlafcenters Lehmann fläzen indessen die 12-jährigen Melody Truttmann und Leonora Beqiri. «Uns tun die Füsse weh», jammern die Mädchen lächelnd und geniessen offensichtlich die bequeme Pause.

Tatsächlich, der Rundgang über den Vorplatz mit Aussenständen, dann durch die voll belegte Markthalle und vorbei an der Bühne mit wechselndem Programm und weiteren Aussenständen sowie quer durch das grosse Zelt mit vielen Präsentationen aus Gewerbe und Wirtschaft ist anstrengend. «Am tollsten sind all die Werbegeschenke» kichern die Teenies, die mit Eltern und Schwestern noch zum Töggelikasten wollen.

Dick eingepackt beim nasskalten Wetter steht Daniel Schwander am gleichnamigen Aussenstand voller Werkzeuge und Maschinen. Seine «Show» lässt das Herz jedes Heimwerkers und Profis höherschlagen, finden sich doch auf gedrängtem Raum eine Vielzahl von ausgefeilten Utensilien für Industrie und Werkstatt. Die Firmengründung von «Schwander Industrie Bedarf» geht auf das Jahr 1932 zurück, und Daniel Schwander verkörpert die vierte Generation. «Es ist zu kalt, die Leute bleiben lieber im geheizten Zelt», muss er feststellen. Dieser Ansicht ist auch die Band auf der Bühne, die lautstark nach «meh Volk» oder wärmenden Sonnenstrahlen röhrt. Nur ein paar Unentwegte harren samt Bier vor der Bühne aus.

Fleissige Gastgeber

Im grossen Zelt lädt AXA-Winterthur zum wiederholten Male per Lautsprecher zur Auto-grammstunde mit Pascal und Alain Berger vom SCB. Versicherungen und Banken sowie Medien versuchen, mit zusätzlichen Aktionen auf sich und ihre Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Nicht so «Chrigubeck», der mit Backwaren und Kafistübli die Besucher mitten im Getümmel zur willkommenen Verschnaufpause bittet. Oder die Gastrobetriebe, die mit vielfältigen Angeboten für ihre Produkte werben. Kaum Werbung benötigt das Restaurant «Gedult» im stilvoll eingerichteten Ambiente, wo sich die Gäste auf Wartelisten eintragen, um einen Platz ergattern zu können. Pablo Alonso und sein Team sind mit Vollgas im Einsatz.

Eine Oase der Ruhe und schönen Formen haben Stefan und Corinne Liechti-Werthmüller, Inhaber der Schreinerei Werthmüller, geschaffen. Schwarze Holztische und Bänke in edlem Design hangen an verankerten Stahltrossen von der Decke herab, bewegen sich leicht im Luftzug und vermitteln ein asiatisches Feeling. «Die Idee entstand durch störende Stuhl- und Tischbeine beim Brösmeliaufsaugen am Familientisch», schmunzelt Stefan Liechti. Und setzt sich mit seiner Frau auf eine Holzliege, die auf soliden Holzrollen vor einem Hintergrund aus grünen Blättern zum romantischen Date einlädt. – Wellness pur.

«Wir freuen uns auf die obligaten Fischchnuschperli» schwärmen Trudi und Fritz Lüthi aus Busswil, die mit ihrem Bruder aus der Bretagne zum x-ten Mal die Buga besuchen.

Sehen und gesehen werden ist der Hauptzweck der Buga. Ob und welche Geschäfte zustande kommen, zeigt sich ohnehin erst später. Bis zur nächsten Buga dauert es fünf Jahre.

Ursina Stoll-Flury>

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