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Bären: Gugan macht weiter

Über den Wirt des Restaurants Bären, Rajadurai Balagugan, genannt Gugan, wurde der Konkurs eröffnet. Der Bären aber geht deswegen nicht zu. Zwei Retter sind aufgetaucht, die dem Mann aus Sri Lanka helfen.

Heute ein halber Schweizer: Rajathurai Balagugan («Gugan»), hier mit Ehefrau Sasi, hat seine Grill-Bar wieder in «Bären» umbenannt und will die Taufe am Wochenende auch gebührend feiern.
Heute ein halber Schweizer: Rajathurai Balagugan («Gugan»), hier mit Ehefrau Sasi, hat seine Grill-Bar wieder in «Bären» umbenannt und will die Taufe am Wochenende auch gebührend feiern.
Thomas Peter

Das Restaurant Bären in Rohrbach – heruntergewirtschaftet und am Boden: Eine Nachricht, die es früher ab und an zu lesen gab. Aber nicht mehr in unmittelbarer Vergangenheit. Seit einem guten Jahrzehnt nämlich wirtet im Bären Rajadurai Balagugan, besser bekannt als Gugan. Er schaffte, was seinen Vorgängern misslang: eine beschauliche Dorfbeiz führen und damit auch Erfolg haben. Umso erstaunlicher darum die Meldung im aktuellen Amtsblatt: Über Rajadurai Balagugan ist der Konkurs eröffnet worden.

Der Bären am Boden – also schon wieder? Nein, denn Gugan macht unbeirrt weiter. Tag für Tag öffnet er seine Beiz, deckt Tische und sorgt dafür, dass weiterhin gutbürgerlich gekocht wird – Verkaufsschlager Speckstein inklusive.

Fakt ist: Das Restaurant von Gugan kommt gut voran. Gerade dieser Tage herrscht auf der Bären-Terrasse reger Betrieb. Und Gugans Pommes frites werden mittlerweile gar als die besten im Oberaargau gehandelt.

Aber eben: Nicht alles bei Gugan läuft wie geschmiert. Zum Verhängnis wurde dem umtriebigen Wirt eine seiner anderweitigen Geschäftsaktivitäten. Er führte nebst dem Bären zeitweilig noch «Gugans Dorflädeli Rajadurai». Das Einkaufslokal aber wurde bald einmal wieder geschlossen. Der erhoffte Erfolg blieb aus – Gugan macht daraus keinen Hehl. Offenbar aber wiegen die Altlasten aus jener Zeit erdrückend schwer. Jedenfalls sind sie der Grund, weshalb am 19.Juni 2013 der Konkurs über Rajadurai Balagugan eröffnet wurde.

Die Retter von nebenan

Gugan aber will sich von seinen finanziellen Schwierigkeiten nicht unterkriegen lassen. Sein Restaurant soll es weiterhin geben, davon ist der Bären-Wirt überzeugt. Und in seiner misslichen Lage findet Gugan ein Bruderpaar, das ebenso denkt: Charles und Robert Handschin, die beiden Köpfe des Rohrbacher Fabrikationsunternehmens AC Profil.

In Absprache mit Gugan gründen die Brüder kurzerhand eine neue Firma: die Bären Rohrbach GmbH. Neues Kapital wird eingeschossen. Und als Gesellschafterin wird ins Handelsregister die Hanback AG eingetragen, die sich ebenfalls im Besitz der Familie Handschin befindet.

Kurz und gut: Mit dieser Aktion sind Gugan und der Bären gerettet.

Hilfe mit Kalkül

Dass die Gebrüder dem Wirt so freimütig unter die Arme greifen, kommt nicht von ungefähr. Charles und Robert seien ab und zu bei ihm im Bären anzutreffen, meint Gugan. Das bestätigen auch Handschins selbst und betonen ihre Verbundenheit mit dem Mann aus Sri Lanka. Dieser habe schliesslich während mehrerer Jahre für sie gearbeitet. Als Hauptgrund für die Hilfestellung nennt Charles Handschin allerdings das generelle Interesse der Brüder an Jungunternehmern und Start-ups. Die Familie tätigt denn mit ihrer Hanback AG auch Investitions- und Finanzierungsgeschäfte unterschiedlicher Art.

Gugan können strategische Überlegungen dieser Art aber eigentlich egal sein. Für ihn zählt bloss, dass es mit seiner Beiz weitergehen kann. Und dass er seine Altlasten endlich losgeworden ist. «Ich bin einfach nur froh, dass mir die Brüder helfen», sagt Gugan.

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