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Auf einem Rad in Richtung Titel

Über Auffahrt finden in Langenthal die Einradeuropameisterschaften statt. Die Huttwilerin Martina Jörg hat sich dafür ein klares Ziel gesetzt: Sie will mit ihrem Einradhockeyteam die Goldmedaille gewinnen.

Maurice Biedermann
«Mindestens 70 Prozent des Publikums bei den Wettkämpfen fährt selber Einrad», sagt Einradsportlerin und OK-Mitglied Martina Jörg aus Huttwil. Und hofft aber, dass das Verhältnis während der heimischen Europameisterschaft über Auffahrt ein anderes sein wird.
«Mindestens 70 Prozent des Publikums bei den Wettkämpfen fährt selber Einrad», sagt Einradsportlerin und OK-Mitglied Martina Jörg aus Huttwil. Und hofft aber, dass das Verhältnis während der heimischen Europameisterschaft über Auffahrt ein anderes sein wird.

Von der breiten Öffentlichkeit bisher nahezu unbemerkt, ist Langenthal in diesem Jahr Gastgeber der Europameisterschaft im Einradfahren. Über 750 Athleten dieser Randsportart versammeln sich über das Auffahrtswochenende vom Donnerstag, 9. bis Sonntag, 12. Mai, in der Region, um sich in diversen Wettkämpfen zu messen. Eine von ihnen ist Martina Jörg aus Huttwil. Die 23-Jährige fährt Einrad, seit sie fünf Jahre alt ist. Seit einigen Jahren betreibt sie den ungewöhnlichen Sport auch im Rahmen von Wettkämpfen. An der letztjährigen Weltmeisterschaft etwa holte sie im Bereich Einzelartistik den fünften Platz. Auch in diesem Jahr hat sie wieder grosse Ziele. «Ich möchte mit dem Einradhockeyteam Europameisterin werden», sagt Jörg selbstbewusst. An der Weltmeisterschaft 2012 in Brixen hat das Schweizer Nationalteam bereits die Goldmedaille gewonnen, ihr Team holte den siebten Platz. Für ein gutes Ergebnis am nächsten Wochenende trainiert Martina Jörg jeden Tag – sei es nun im Fitnesscenter oder auf dem Einrad. Wie die meisten Einradsportler tritt auch die Huttwilerin normalerweise nicht nur in einer Disziplin, sondern gleich in mehreren an. Grund dafür ist die überwältigende Anzahl von unterschiedlichen Disziplinen, welche die Europameisterschaft fast ein bisschen wie eine Miniolympiade auf einem Rad anmuten lassen.

Unerwartet viele Teilnehmer

Vom vielfältigen Angebot ist Martina Jörg begeistert. «Meine Lieblingsdisziplin ist eigentlich der Freestyle», erzählt sie. Leider könne sie daran aber nicht teilnehmen: weil die junge Frau im OK und für den Bereich Bar zuständig ist. «Zeitlich haben wir sowieso einige Schwierigkeiten», sagt die Sportlerin. Das OK habe mit nur etwa halb so vielen Anmeldungen gerechnet und war von den vielen Teilnehmenden überrascht. «Vor allem viele Deutsche haben sich angemeldet, mehr sogar als Schweizer», so Jörg. Das hat Konsequenzen: Einradbasketball musste aus dem Programm gestrichen werden. Zudem hätten die Organisatoren, von denen die meisten selber auch Einrad fahren, selbst kaum mehr Zeit für die Wettkämpfe.

Toll sei es schon, dass die Europameisterschaft praktisch vor ihrer Haustüre stattfinde, meint Jörg. Sie könne so jeweils zu Hause übernachten und müsse auch keinen teuren Flug buchen. «Der Flugtransport eines Einrads ist sehr kostspielig», sagt sie. Auf der anderen Seite könne sie die Heim-EM als Sportlerin weniger ausleben, weil sie im OK sei. Sie bevorzuge deshalb Welt- oder Europameisterschaften im Ausland. «Bei der Weltmeisterschaft 2012 im Südtirol habe ich mich zu 100 Prozent auf den Sport konzentrieren können und habe anschliessend noch eine Woche Ferien angehängt», blickt Jörg zurück. So etwas sei an einer Heim-EM leider nicht möglich.

Wenig Zuschauer

Der Einradsport ist eine Randsportart, bei der vergleichsweise wenig Geld im Spiel ist. Alle Organisatoren und Mitarbeitende des Turniers machen ihre Arbeit auf ehrenamtlicher Basis. Deswegen sei es auch sehr schwierig, Freiwillige zu finden, sagt Jörg. «Jeder Einradsportler versucht, viele seiner Angehörigen zu überzeugen, bei der EM mitzuhelfen», so die 23-Jährige.

Das spiegelt sich denn auch auf den Rängen der Zuschauerinnen und Zuschauern. «Mindestens 70 Prozent des Publikums bei den Wettkämpfen fährt selber Einrad.» Die Huttwilerin hofft, dass ihr Sport in Zukunft mehr Interessierte anzieht. Am liebsten natürlich während der Europameisterschaft in Langenthal.

Mehr Infos zur Einrad-EM unter: www.eurocycle2013.ch und www.einradsport.ch

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