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Asylheim soll abgerissen werden

Zwei Monate nach dem Brand im Durchgangszentrum Aarwangen steht fest: Das Haus soll ersatzlos abgerissen werden. Die verlorenen Plätze werden in Nebengebäude verlegt. Die Brandursache ist weiterhin ungeklärt.

Baustellengitter und rot-weisses Absperrband verhindern den Zugang zum brandversehrten Haus. Seit zwei Monaten lebt niemand mehr im alten Wohntrakt des Aarwangener Durchgangszentrums für Asylsuchende – seit dem Brand vom 26. Juli. Jetzt hat der Kanton als Eigentümer entschieden, was mit dem ehemaligen Knabenheim geschieht: «Das Gebäude soll ersatzlos abgebrochen werden», sagt Anton Luginbühl vom Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern. Das entsprechende Abrissgesuch wird diese Woche publiziert.

Ausbau zu teuer

Ein Neubau hätte rund vier Millionen Franken gekostet; alleine der Abriss kostet 300000 Franken. «Ein Ausbau hätte keinen Sinn gemacht», sagt Anton Luginbühl. Auch sei das Gebäude von der Denkmalpflege zwar als «erhaltenswert» eingestuft worden, es sei allerdings von «eher durchschnittlicher Bedeutung», so Luginbühl.

Von einem «salomonischen Entscheid» spricht auch Jakob Amstutz, Geschäftsführer der Heilsarmee Flüchtlingshilfe. «Die Bevölkerung hätte nicht verstanden, wenn man das Gebäude für Millionen von Franken renoviert und dann für den Asylbereich genutzt hätte.»

Plätze bleiben erhalten

Mit dem Entscheid könnten alle leben – auch die Heilsarmee, welche das Haus bisher mietete. «Für uns ist es zwar schade, dass wir ein Gebäude verlieren und unsere Kapazitäten zurückschrauben müssen», meint Jakob Amstutz. Doch die verloren gegangenen Räume werde man kompensieren können, sodass spätestens im Frühjahr wieder 140 Plätze zur Verfügung stehen. Dazu sollen die Zimmer des Nebengebäudes renoviert werden, welche seit dem Brand im Jahr 2001 leer stehen. Derzeit ist die Kapazität des Zentrums noch auf 100 Plätze beschränkt.

Auch die Denkmalpflege, welche den «eindrücklichen Bau mit interessanter Vergangenheit» zuerst «nicht preisgeben» wollte, sei mit dem Abriss des Gebäudes einverstanden, betont Anton Luginbühl. Allerdings mit der Auflage, dass das Ortsbild wieder hergestellt werden müsse, sollte auf dem Grundstück einmal ein Neubau stehen. Ermittlungen gehen weiter Bereits zweimal brannte es im Aarwangener Asylheim: Im September 2001 wegen eines defekten Fernsehers, im Juli 2002 haben Brandstifter Feuer gelegt. Die Ursache des Brandes von diesem Sommer ist nach wie vor ungeklärt. «Noch laufen die Ermittlungen. Bei schwierigen Untersuchungen kann das lange dauern», sagt Stefanie Gerber von der Kantonspolizei Bern.

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