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Abfuhr für Schrebergarten-Initiative

An der Gemeindeversammlung ging es heiss zu und her. Insbesondere die Initiative für den Erhalt der Schrebergärten war umstritten. Am Ende aber lehnten die Rüdtligen-Alchenflüher die Initiative mit 88 zu 45 Stimmen ab.

Der Gemeinderat von Rüdtligen-Alchenflüh hatte keinen leichten Stand. Von verschiedenen Seiten hagelte es an der Gemeindeversammlung Kritik. Vor allem zwei Themen sorgten für rote Köpfe: Die Verkehrsberuhigungsmassnahmen und, wie zu erwarten, die Schrebergarteninitiative.

Bereits im Vorfeld versuchte die kürzlich gegründete Unabhängige Ortspartei Rüdtligen-Alchenflüh, die sich für den Erhalt der Schrebergärten in der Gemeinde einsetzt, zu mobilisieren. Immerhin, insgesamt 163 Stimmbürger marschierten im Gemeindesaal auf. Doch am Ende zeigte sich, dass längst nicht alle zur Unterstützung der neuen Partei gekommen waren.

Für und Wider die Gärten

Auslöser für die Fehde zwischen Gemeinderat und einigen erzürnten Bürgern ist die BMX-Bahn, die auf dem freien Feld hinter dem Feuerwehrmagazin entstehen soll (wir berichteten). Damit die Anlage gebaut werden kann, müssen eine Handvoll Schrebergärten am Rand des Sportplatzes weichen. Das haben die Schrebergartenpächter zwar mit Murren akzeptiert. Nichtsdestotrotz gingen sie für den Schutz der übrigen Gärten auf die Barrikaden: Anfang Jahr reichten sie eine Initiative mit nicht weniger als 407 Unterschriften ein, die jetzt vor die Gemeindeversammlung kam. Die Initianten fordern darin, dass die noch bestehenden Schrebergärten in eine spezielle Zone überführt werden, in welcher ausschliesslich die Nutzung von Familien- beziehungsweise Schrebergärten zulässig wäre. Von dieser Zonenplanänderung betroffen ist ein Teil der heutigen Zone für Sport- und Freizeitanlagen sowie der Gewerbezone. «Das Land stünde der Gemeinde für Jahrzehnte nicht mehr für eine Schul- oder Sportplatzerweiterung oder für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben zur Verfügung», mahnte Gemeinderatspräsident Kurt Schütz die Versammlung. Es sei unverantwortlich, eine solche Hürde den Kindern und potenziellen Nachfolgern aufzuerlegen. Hinzu komme, dass der Kanton in einer Stellungnahme festhielt, dass er das Initiativbegehren kaum genehmigen würde. Und die Änderung würde unnötige Kosten verursachen. «Wir rechnen mit 20'000 bis 25'000 Franken», so Schütz.

Ein Initiant wies in der anschliessenden regen Diskussion darauf hin, dass, als sich die Firma Terralog in Rüdtligen niederlassen wollte, es sofort möglich gewesen sei, Land umzuzonen. «Und bei den Schrebergärten sagt man, es ginge nicht.» Ein weiterer sagte, dass die Gemeinde zwar versprochen habe, dass jeder, der einen Schrebergarten wolle, auch einen Platz dafür erhalte. Doch hätten nicht einmal die Geschassten bis jetzt einen Ersatzplatz bekommen. Besonders zu ärgern schien die Schrebergartenpächter, dass Auswärtige besser behandelt würden als Einheimische.

Ein Votant, der sich als Aussenstehender outete, betonte indes: «Das sind Einzelgrabenkämpfe, darum geht es hier nicht. Den Kanton können wir nicht umgehen, und wir haben kein überschüssiges Geld.» Man solle die Initiative ablehnen. Das Für und Wider schien sich lange die Waage zu halten, doch der Entscheid fiel letzen Endes deutlich aus: Mit 88 Nein- zu 45 Ja-Stimmen wurde die Initiative abgelehnt.

Schikanen – nein danke

Hatte der Gemeinderat bei der Initiative die Mehrheit auf seiner Seite, sah es bei den Verkehrsmassnahmen zuvor anders aus. Die Stimmberechtigten wiesen hier den Antrag zurück. Der Rat muss trotz mehrjähriger Vorarbeit nochmals über die Bücher.

In der Diskussion zeigte sich schnell, dass das neue Verkehrskonzept im ganzen Dorf, insbesondere die sogenannten Kissen auf den Strassen, den Leuten ein Dorn im Auge ist. Ein Votant stellte die geplante Begegnungszone beim Bahnhof infrage und wollte wissen: «Wollen wir wirklich so viele unnötige Schikanen aufstellen?» «Die Kissen und Buckel sind unvernünftig», fand einer. «Das Geld soll man besser in die Schulhäuser stecken», sagte ein anderer. Zwar bestünden die Massnahmen nicht nur aus den kritisierten Punkten, sondern hätten auch Vorteile, lautete ein Schlussvotum. Doch am klügsten sei wohl, dass der Gemeinderat das Projekt überarbeite. Diese Meinung teilten die meisten Anwesenden; sie sprachen sich grossmehrheitlich für den Rückweisungsantrag aus.

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