Oberburg

Wenn angebaggert, aber nicht geflirtet wird

OberburgZum Anbaggern wurde eingeladen – doch gemeint war nicht etwa Flirten, sondern der Einsatz von Funktionsmodellbaumaschinen auf einer «Grossbaustelle». Das Team Energy machte es vor.

Wie an einem Werktag: Ferngesteuert belädt ein Bagger die Anhängerzüge. Das Oberburger Team Energy bei seiner Präzisionsarbeit.

Wie an einem Werktag: Ferngesteuert belädt ein Bagger die Anhängerzüge. Das Oberburger Team Energy bei seiner Präzisionsarbeit. Bild: Andreas Marbot

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Alles, was im täglichen Verkehr auf der Strasse nervt und stört, hier wird es mit Entzücken beobachtet: Trucks, Traktoren und Baumaschinen beim Rundendrehen von einer Fabrikhalle in die andere.

Im alten Aebi-Areal an der Krauchthalstrasse haben die Modellbauer von Team Energy eine «Grossbaustelle» mit beachtlichen Erdverschiebungen und Autostrassen inszeniert. Hier bevölkern die eigenen Nutzfahrzeuge zusammen mit denen der eingeladenen Modellbauerteams realitätsnah die Szene. Es wird geschaufelt, gebaggert, verladen, transportiert und nebenbei auch noch ein Acker gepflügt.

Jedes Detail stimmt

Es ist nicht etwa eine reine Männergesellschaft, die im Übungsgelände ihre bis ins kleinste Detail nachgebauten Nutzfahrzeuge ausprobiert. Frauen und Kinder schauen zu, kritisieren, filmen und fotografieren und bedienen vereinzelt auch die Hebel der transportablen Schaltpulte.

Geschickt wird rangiert, rückwärts eingeparkt und wieder in die Kolonne eingefädelt. So einfach scheint das Lenken aber doch nicht. In einer Kurve kommt es beinahe zum Zusammenstoss. Jetzt wird kräftig gehupt – es tönt wie echt. Beide halten an, das Übertreten des Strassenrandes hat keine Folgen.

Doch der Verkehr ist dicht. Da hat es einen prachtvoll gesprayten Truck à la USA, einen Zirkuswagen, einen Milchtank, einen Spezialtransporter mit meterlangen Holzbalken und immer wieder schwer mit Erde beladene Kippanhänger. Beim Erklimmen einer Überführung geht manchem fast der Schnauf aus.

Rundum sind die Fahrzeuge gut beleuchtet, wo nötig blinken Warnlampen. In den Kabinen hocken korrekt angezogene Chauffeure, manche hören Radio. Ein Besucher hat sich auf landwirtschaftliche Fahrzeuge spezialisiert. Er bearbeitet einen Acker und transportiert mit seinen Traktoren und Ladewagen Heuballen und Holzschnitzel.

Im Team lernen

«Wir haben hier unser Klublokal, wo wir uns jeden Dienstag treffen», sagt Marcel Müller vom Team Energy. Neben dem Übungsgelände stehen auch einige Werkbänke und Arbeitsplätze zur Verfügung. «Wir beschaffen einfache Spielzeuge, verkabeln und bestücken sie mit Akkus und Motoren, sodass sie ferngesteuert funktionieren», erklärt er. Das könne jeder lernen, man helfe sich gegenseitig im Team. So seien alle möglichen Berufe vertreten. Die Kosten für so einen Lastwagen könnten sich schon auf 5000 Franken belaufen, aber es gebe auch einfachere.

Der Anlass sei nicht zur Geldbeschaffung gedacht, auch wenn die Gastronomie etwas abwerfe. Man habe Spass, sich gegenseitig zu besuchen, auch ein Wettbewerb sei vorgesehen. Ob es nächstes Jahr wieder ein Anbaggern gebe, hänge vom Raumangebot ab. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.10.2014, 07:36 Uhr

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