«Unser Angebot kommt in Langnau gut an»

Langnau

Auch ein Jahr nach der Eröffnung ist es im Langnauer Coop-Neubau zuweilen mehr als ruhig. Oder täuscht der Eindruck? Für die Verantwortlichen ist das so: Die Läden seien allesamt zufrieden, sagt Einkaufscenterchef Peter Baumgartner.

Auf dem aufsteigenden Ast: Peter Baumgartner ist überzeugt davon, dass Coop mit dem neuen Ilfis Center in Langnau eine gute Zukunft vor sich hat.

Auf dem aufsteigenden Ast: Peter Baumgartner ist überzeugt davon, dass Coop mit dem neuen Ilfis Center in Langnau eine gute Zukunft vor sich hat.

(Bild: Thomas Peter)

Stephan Künzi

Peter Baumgartner, es ist Montagmittag im Langnauer Ilfis Center und äusserst ruhig – um nicht zu sagen leer. Peter Baumgartner: Eigentlich läuft der Mittag sehr gut. Und der Montagmorgen gehört zu jenen Zeiten in der Woche, die gut sind.

Also ist es purer Zufall, dass sowohl im Coop-Supermarkt im ersten Stock als auch im Coop Bau+Hobby im Parterre nur ein, zwei Kassen in Betrieb sind und die Kassiererinnen erst noch wenig bis nichts zu tun haben. Nun, bei einem Einkaufszentrum liegen die Hauptfrequenzen am Freitag und Samstag, wenn die Leute ihre Wocheneinkäufe erledigen. Unter der Woche dagegen kann es Schwankungen geben – wobei: Der Mittag ist für den Umsatz wichtig und läuft entsprechend gut. In Langnau gilt das im Besonderen für das Coop-Restaurant, es liegt mit seinen Umsätzen weit über dem Schnitt.

An diesem Mittag ist aber auch hier ziemlich wenig los. Um ein Uhr ist der grosse Ansturm halt schon vorbei. Zudem scheint draussen die Sonne. Die jungen Leute und zum Teil auch die Handwerker kaufen dann ihr Mittagessen bei uns ein und verpflegen sich irgendwo im Freien. Nochmals: Das Restaurant läuft gut, wir liegen über Budget und sind sehr zufrieden.

Kurz: Wenn Sie in diesen Tagen, ein Jahr nach der Eröffnung des Ilfis Center zurückblicken, ziehen Sie eine positive Bilanz. Sicher, auch wenn es in diesem Moment anders erscheinen mag. Mittags und vor allem auch nachmittags ist es halt immer etwas ruhiger. Für ein Dorf wie Langnau, wo die Leute über Mittag zu einem schönen Teil nach wie vor nach Hause fahren, gilt das noch ausgeprägter als in der Stadt.

Trotzdem haben in Langnau viele den Eindruck, das Ilfis Center laufe mehr schlecht als recht. Dem muss ich entschieden widersprechen. Es mag sein, dass das alte Coop an der Oberstrasse viel voller wirkte. Der alte Laden war halt auch viel kleiner. Er umfasste mit dem Restaurant rund 1800 Quadratmeter Fläche, da ist der Unterschied zum Ilfis Center mit seinen insgesamt 8800 Quadratmetern riesig. Dazu kommt, dass wir am neuen Ort bewusst Platz geschaffen haben. Die Kunden sollten sich gut bewegen können, unsere Sortimente bestaunen und sich inspirieren lassen.

Also ist es Absicht, wenn Ihre Kunden mittlerweile sagen, ein grosser Vorteil im Ilfis Center bestehe darin, kaum anstehen zu müssen. Weil eh nicht viel laufe. Nochmals: Wir pflegen regelmässig Kontakte zu den Mietern...

...dazu zählen Sie als Vertreter von Coop Immobilien auch den Supermarkt, das Bau+Hobby und das Restaurant... ...genau, also: Wenn ich mit unseren Mietern rede, stelle ich einfach fest, dass alle mit der Entwicklung im Ilfis Center zufrieden sind. Es ist wie überall: Es braucht eine gewisse Zeit, bis sich die Kunden daran gewöhnt haben, an einem neuen Ort und in einem neuen Sortiment einzukaufen. Das Ilfis Center ist ja mit dem alten Coop nur sehr bedingt vergleichbar. Mit Interdiscount, Fust oder eben auch Bau+Hobby sind Geschäfte aus ganz anderen Branchen dazugekommen. Konkrete Zahlen kann ich zwar keine nennen, doch so viel ist klar: Unser heutiges Angebot kommt in Langnau sehr gut an.

Sie sagen, dass ein neues Angebot seine Zeit braucht, bis es beim Publikum voll angekommen ist. Vielleicht hat der Eindruck, im Ilfis Center sei es nach wie vor äusserst ruhig, ja auch damit zu tun. Wir rechnen immer mit drei, vier Jahren, bis sich ein Einkaufszentrum optimal entwickelt hat. Diese Zeit muss man sich nehmen. Das ist ein Durchschnitt, wie man ihn überall beobachten kann.

Dass bei alledem Gerüchte aufkommen, lässt sich kaum vermeiden. Mit Blick auf den Supermarkt etwa heisst es, er sei so zaghaft angelaufen, dass Coop nun erwäge, die Filiale Signau zu schliessen. In der Hoffnung, auf die Art Langnau zu stärken. Dass Coop Signau schliesst, steht überhaupt nicht zur Diskussion. Das habe ich gerade abgeklärt. Und vom Supermarkt hier im Ilfis Center weiss ich, dass er absolut auf Kurs ist – was nicht heisst, dass er, wie eben jeder Laden in der Anfangsphase, nicht noch Potenzial hätte.

Wie im Bau+Hobby, wo Coop offenbar im Garten- und Blumenbereich Verkaufspersonal verschoben hat. Weil es in Langnau zu wenig zu tun gegeben habe. Als Vertreter von Coop Immobilien kenne ich die Details nicht. Nur so viel: Es ist immer möglich, dass man Leute intern verschieben muss. Das hängt auch von der saisonalen Entwicklung ab. Letztes Jahr zum Beispiel war der Start für die Gartencenter generell sehr schwierig. Es gab ja gar keinen Frühling.

Und dann sitzen Sie auf der Ware und müssen sie gleich ständerweise liquidieren. So war es letztes Jahr auch zu beobachten. Genau, wobei ich nochmals betone, dass dies mit der ungünstigen Witterung zu tun hatte und nicht auf ein Problem hindeutet. Generell sind wir auch mit Bau+Hobby sehr gut auf Kurs.

Weiter fällt auf, dass Coop sehr viele Attraktionen lanciert, um Leute ins Ilfis Center zu locken. Der Osterhase kommt so selbstverständlich wie der Samichlaus, dazu gibts ein Monopoly- oder Poli-Spiel, wie Coop sagt, und im Restaurant regelmässig Livemusik. Der Eindruck täuscht. Wir machen in Langnau nicht mehr als sonst. Klar, ein Einkaufscenter entwickelt mehr Aktivitäten als eine gewöhnliche Filiale. Das ist überall so. Das Poli-Spiel etwa findet auch in Lyssach statt.

Das Ilfis Center ist also nicht zu gross für Langnau? Nein, das glaube ich mit Sicherheit nicht. Ein Center in dieser Dimension ist für Langnau richtig und hat eine Chance. Ich bin überzeugt, dass die Langnauerinnen und Langnauer nun, da das Ilfis Center läuft und damit das Angebot im Dorf vielfältiger geworden ist, weniger häufig auswärts einkaufen. Davon profitieren letztlich auch die anderen Läden.

Berner Zeitung

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