Oberaargau

Rothornhütte: Zukunft ist weiter ungewiss

OberaargauBeim SAC Oberaargau beschäftigt sich jetzt eine interne Spezialkommission mit der Zukunft der abrutschgefährdeten Rothornhütte ob Zermatt.

Die Rothornhütte oberhalb von Zermatt gehört dem SAC Oberaargau.

Die Rothornhütte oberhalb von Zermatt gehört dem SAC Oberaargau. Bild: zvg

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Wie weiter mit der Rothornhütte? Diese Frage beschäftigte am Freitagabend an der Generalversammlung des SAC Oberaargau in Wangen an der Aare die Mitglieder. Doch befriedigende Antworten erhielten sie nicht. «Wir werden hoffentlich an der nächsten Generalversammlung in einem Jahr darüber informieren können», sagte Sektionspräsident André Beyeler. Es gab nur zwei neue Informationen zur Zukunft der auf 3198 Meter über Meer oberhalb von Zermatt gelegenen Hütte.

Erstens: Weder die Zermatter SAC-Sektion noch die Zermatter Burgergemeinde sind an der Hütte interessiert. Der SAC Oberaargau muss das Problem somit – Stand heute – selber lösen. Zweitens: Der Vorstand hat eine Spezialkommission «Zukunft Rothornhütte» gebildet. Diese soll in diesem Jahr ein Konzept «Wie weiter mit der Rothornhütte» ausarbeiten. Die Resultate sollten laut Beyeler bis Ende 2014 vorgestellt werden können.

Renovation ausgeschlossen

Die Hütte ist vom Abrutschen bedroht. Wegen des auftauenden Permafrosts ist der ganze Hang ins Rutschen geraten, auf dem die Hütte 1948 gebaut wurde. Zudem entsprechen die Einrichtungen nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Klar ist: Die Hütte muss ersetzt werden. «Eine Renovation ist nicht möglich», sagte Hüttenchef Jörg Kohler bereits vor einem Jahr. Doch eine neue, gleich grosse Hütte an einem sicheren Standort würde 3 bis 4 Millionen Franken kosten. Und dieses Geld hat der SAC Oberaargau nicht. Ende 2013 lagen im Fonds für die Rothornhütte knapp 82700 Franken.

Bis klar ist, wie es mit der Hütte weitergeht, investiert der SAC Oberaargau nur noch das Nötigste, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Doch weil der Untergrund und die Hütte in Bewegung sind und wegen des Alters der Hütte, fallen immer wieder grössere Reparaturen an. Und die gehen wegen der damit verbundenen Helikopterflüge schnell einmal ins Geld.

Immer wieder Reparaturen

Im Oktober 2012 musste eine Dachhälfte ersetzt werden. Die andere Hälfte ist laut Kohler ebenfalls nicht mehr in gutem Zustand. «Wir hoffen, dass sie noch dicht hält bis zur Hüttenerneuerung», schreibt er in den Clubnachrichten. Im vergangenen Jahr mussten die Kabelverbindung vom Notstromaggregat zur Hütte ersetzt und der Gas-Wasser-Erwärmer repariert werden. Zudem ordnete die Gemeinde Zermatt nach der Inspektion der Brandschutz- und Rettungseinrichtungen laut Kohler «umfassende» Massnahmen an. Die «überfälligen Massnahmen» wird der SAC im kommenden Sommer realisieren müssen.

Im vergangenen Jahr war die Rothornhütte vom 8.Juli bis zum 15.September offen. 1503 Personen übernachteten dort, 78 mehr als im Vorjahr. Wegen der diversen Reparaturen sank der Betriebserfolg jedoch von 10872 auf nur noch 1495 Franken.

Kleiner Gewinn

In der zweiten Hütte des SAC Oberaargau, der im Berner Oberland gelegenen und 2010 erweiterten und erneuerten Dossenhütte, gab es in der vergangenen Saison 1338 (Vorjahr: 1143) Übernachtungen.

Die Gesamtrechnung des SAC Oberaargau schloss das Jahr 2013 mit einem Gewinn von 4860 Franken ab. Anfang 2014 zählte die Sektion 1050 Mitglieder, eines weniger als ein Jahr zuvor. Allerdings ist der Club überaltert: 438 Mitglieder sind 61-jährig und älter.

Neuer Hüttenchef der Dossenhütte ist Giuseppe Pagani (Langenthal). Er ersetzt René Ammann (Langenthal), der nach 13 Jahren demissioniert hat.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 03.03.2014, 08:40 Uhr

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