«Kummerbube» Walter Pfäffli: «Franz Schnyder war ein strenger Mann»

Burgdorf

Er war der Güstu in «Die sechs Kummerbuben»: Wie sich Walter Pfäffli an die Arbeit mit Regiesseur Franz Schnyder erinnert.

Walter Pfäffli

Walter Pfäffli

(Bild: Stephan Künzi)

Stephan Künzi

Walter Pfäffli, als Schüler sind Sie für Franz Schnyder vor der Kamera gestanden. Im Film «Die sechs Kummerbuben» verkörperten Sie den Güstu... Walter Pfäffli: ...oh ja, ich war ein richtiger «Schnudergieu». Wir waren eine Gruppe um den Anführer Jöggu, den Gegenspieler der Kummerbuben. In seinem Namen mussten wir die sechs plagen.

Sie erinnern sich noch gut an die Dreharbeiten in den zu Ende gehenden 1960er-Jahren? Sicher, wobei ich mir nicht vorstellen konnte, dass der Film derart einschlagen würde. Heute empfinde ich ihn als schwerfällig und grob, daneben drückt er mir zu sehr auf die Tränendrüse.

Der Erfolg hält bis heute an. Das zeigte sich im letzten Frühling, als der Film wieder einmal am Fernsehen gezeigt wurde. Ich bin tatsächlich kaum je derart auf meine Rolle angesprochen worden wie nach dieser Ausstrahlung. In der Distanz gefällt heute offenbar das Folkloristische, man nimmt wahr, wie vertraute Landschaften ausgesehen haben, empfindet diese und jene Handlung als lustig.

Was ist Ihnen von Franz Schnyder in Erinnerung geblieben? Ich sehe ihn noch heute als sehr selbstbewussten und strengen Mann vor mir, der laut und deutlich seine Anweisungen gab. Er wusste stets genau, was er wollte. Stimmte zum Beispiel das Wetter nicht, wartete man, bis die Sonne gut stand. Ich weiss noch, wie er einmal am Steuer seines Mercedes sass und mit einem anderen Auto zusammenstiess. Zur Regelung des Schadens schickte er einfach seinen Assistenten vor. Er selber fuhr weiter, ungeachtet der Beule in der Karrosserie.

Und von den Schauspielern, von Franz Matter und Linda Geiser als den Eheuleuten Kummer? Gerade an Franz Matter habe ich sehr gute Erinnerungen. Ich erlebte ihn als feinen Mann. Einmal durfte ich in seinem roten Alfa Romeo mit an einen Drehort ins Berner Oberland fahren.

Inwieweit hat der Abstecher zum Film Ihr weiteres Leben geprägt? Mich beeindruckte, wie sich Kameramann und Beleuchter stets um gutes Licht bemühten. Insofern hat die Rolle meine Berufswahl als Fotograf mit beeinflusst – auch wenn letztlich die Fotoleidenschaft meines Schwagers den Ausschlag gegeben hat.Interview: Stephan KünziWalter Pfäffli ist frei schaffender Fotograf in Burgdorf, er arbeitet auch für die BZ.

Berner Zeitung

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