Burgdorf

Jetzt fliesst vom Dach der Ypsomed Solarstrom

BurgdorfIm Industriequartier Buchmatt in Burgdorf liefert seit kurzem eine Solaranlage auf dem Dach der Yposmed AG Strom für rund 110 Haushalte. Weitere Projekte sollen diesem Beispiel folgen.

Strom für 110 Haushalte pro Jahr:  Unternehmer Willy Michel (links) und Energiefachmann Hans Ulrich Flückiger  haben die grösste Solaranlage in Burgdorf eingeweiht.

Strom für 110 Haushalte pro Jahr: Unternehmer Willy Michel (links) und Energiefachmann Hans Ulrich Flückiger haben die grösste Solaranlage in Burgdorf eingeweiht. Bild: Thomas Peter

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Am Himmel hängen die Wolken am Dienstagabend tief. Auf dem Dach des Lagergebäudes der Ypsomed AG in der Burgdorfer Buchmatt zerzaust der Wind die eine oder andere Frisur der Gäste. Dennoch zeigen die Wechselrichter der Solaranlage rund 20 Kilowatt Stromproduktion an. «Dies sind rund 5 Prozent der gesamten Anlageleistung», erklärt Hans Ulrich Flückiger, Inhaber der Burgdorfer Energietechnikfirma Febacom AG.

Gemeinsam mit Unternehmer Willy Michel von der Ypsomed AG hat er auf das Dach des Lagergebäudes geladen, um die erste Solaranlage in der Industriezone Buchmatt einzuweihen. «Für uns bedeutet dies einen wichtigen Meilenstein», betont Flückiger. Rund 800'000 Franken hat er in die Anlage investiert. Die Dachfläche hat ihm Willy Michel vertraglich zugesichert. Die 2800 Quadratmeter Solarpanels können pro Jahr rund 110 Haushalte mit Sonnenenergie versorgen.

Der Strom vom Lagerhallendach geht ins Netz der städtischen Energieversorgerin Localnet AG. Diese vergütet Flückiger für die nächsten 3 Jahre 20 Rappen pro eingespeister Kilowattstunde. Wie der Energiefachmann weiter ausführt, sind die Solarpanels auf dem Ypsomed-Dach nicht wie bislang üblich gegen Süden ausgerichtet. Mit dem Ausrichten nach Osten und Westen sei auf dem Flachdach eine effizientere Stromgewinnung möglich.

Nur der erste Schritt

«Diese Solaranlage fördert das Image unserer Stadt», betont Burgdorfs Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch. Und weiter: «Ich hoffe, das Projekt gibt Impulse für weitere solche Anlagen.» Denn die Gesellschaft stehe mit der Energiewende vor einer grossen Herausforderung. «Wir können noch lange über Atomkraftwerke diskutieren, die Energiewende ist ein Muss», so die Stadtpräsidentin. Die Stadtverantwortlichen würden deshalb alles dazu beitragen, auf den Dächern der Industriebauten in der Buchmatt weitere solche Anlagen zu realisieren.

Dies dürfte indes nicht mehr in allzu weiter Ferne liegen. Wie Hans Ulrich Flückiger gegenüber dieser Zeitung erklärt, seien mehrere Solarstromprojekte in der Buchmatt angedacht. «Ich bin überzeugt, diese werden in absehbarer Zeit auch realisiert», sagt der Energiefachmann. Er glaubt, dass zahlreiche Firmen seinem und Willy Michels Beispiel folgen und auf ihren Flachdächern künftig ebenfalls Strom produzieren werden. Laut Flückiger wäre auf den Industriedächern in der Buchmatt eine maximale Jahresproduktion von 9 Gigawattstunden möglich. Dies entspricht etwa 7,5 Prozent des gesamten Jahresbedarfs der Stadt Burgdorf. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.10.2013, 06:08 Uhr

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