Egger will Autobahnzubringer

Obwohl sich immer deutlicher abzeichnet, dass der Bund für einen Autobahnzubringer kein Geld spricht, gibt Regierungsrätin Barbara Egger nicht auf. Sie will den Ständeräten noch einmal ins Gewissen reden.

Hofft auf die Güte des Ständerats: Regierungsrätin Barbara Egger.

Hofft auf die Güte des Ständerats: Regierungsrätin Barbara Egger. Bild: Daniel Fuchs

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Es mutet fast so an, als würde der Kanton versuchen, ein längst entschiedenes Spiel in der Nachspielzeit noch zu drehen. Denn eigentlich spricht spätestens seit letzter Woche kaum mehr etwas dafür, dass der Autobahnzubringer Emmental in den nächsten Jahren gebaut wird. Die Verkehrskommission des Ständerats folgt nämlich dem Nationalrat und empfiehlt, die beiden geplanten Autobahnzubringer Emmental und Oberaargau nicht ins Nationalstrassennetz aufzunehmen und somit nicht zu finanzieren.

Nichtsdestotrotz lobbyiert die Berner Regierungsrätin Barbara Egger weiterhin für die «dringend nötige Entlastung» in den stark befahrenen Ortschaften der beiden Regionen. Zuletzt tat sie dies gestern am Arbeitgeberlunch des Handels- und Industrievereins Sektion Burgdorf-Emmental. Sie versuchte, die anwesenden Wirtschaftsvertreter davon zu überzeugen, dass der Zug, Bundesgelder zu erhalten, noch nicht abgefahren sei. «Es muss uns jetzt einfach gelingen, den Ständerat von der Wichtigkeit der Umfahrungsstrassen zu überzeugen.» Und dies, bevor dieser voraussichtlich in der kommenden Herbstsession über das Geschäft debattiert. Barbara Egger machte in ihren Ausführungen jedoch nicht den Eindruck, dass sie so richtig an diese Wende glaubt. Sätze wie «Jedes grosse Strassenprojekt hat eine lange Geschichte» lassen vielmehr vermuten, dass sie selbst mit einer weiteren, womöglich jahrelangen Verzögerung der Umfahrungsprojekte im Emmental und Oberaargau rechnet.

«Langfristiges Ziel»

Eines steht fest: Wenn der Kanton in der laufenden Runde vom Bund kein Geld für seine beiden Autobahnzubringer erhält, ist diese Tür für die nächsten Jahre geschlossen. Denn dass Bundes-, National- und Ständerat bereits in nächster Zukunft erneut über die Aufnahme von Bauvorhaben ins Nationalstrassennetz diskutieren, ist unwahrscheinlich. Egger sagte denn auch: «Der Autobahnzubringer im Emmental ist ein langfristiges Ziel.» Dieses gelte es mit allen Mitteln weiterzuverfolgen, selbst wenn der Ständerat wie erwartet die Bundesgelder verweigere.

Der Kanton müsse deshalb die Zubringerprojekte im Emmental und Oberaargau weiter vorantreiben. Egger hofft auf ein starkes Signal des bernischen Grossen Rates in Richtung Bund, indem das kantonale Parlament in der diesjährigen Herbstsession insgesamt 5,7 Millionen Franken für die Erarbeitung von Vorprojekten spricht. Diese Vorprojekte hätten zum Ziel, die bisherigen Projektarbeiten zu optimieren und die beiden Vorhaben zu verfeinern.

Ernüchterung im Saal

Die Reaktionen auf das Referat von Barbara Egger im Restaurant Ochsen in Lützelflüh fielen enttäuscht und ernüchtert aus. Ein Wirtschaftsvertreter prophezeite, dass die Regierungsrätin in fünf Jahren wieder «schöne Worte» zum Autobahnzubringer von sich gebe, das Projekt selber bis dahin jedoch bestimmt keinen Schritt weitergekommen sein werde. Ein anderer Anwesender vermisste die Einigkeit unter den Emmentaler Grossräten, die sich nicht geschlossen für einen Zubringer einsetzen würden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.08.2012, 09:55 Uhr

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