«Debatte hat uns bereichert»

Burgdorf

Burgdorfs Gemeinderat zählt weiterhin sieben Mitglieder mit eigenen Ressorts. Dies hat der Stadtrat entschieden. Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch freut sich darüber. Und verspricht, über Anregungen nachzudenken.

Johannes Hofstetter

Burgdorf soll auch in Zukunft von einem siebenköpfigen Gemeinderat regiert werden. Seine Mitglieder sind weiterhin für Ressorts verantwortlich. Ist das in Ihrem Sinne?Elisabeth Zäch: Burgdorf verfügt über ein taugliches Exekutivsystem. Das habe ich schon als Gemeinderätin so empfunden. In einem Siebenergremium liegt die Belastung und Verantwortung ziemlich gleichmässig auf verschiedenen Schultern.

Die Spezialkommission empfiehlt, die Arbeiten besser auf die Räte und Ressorts zu verteilen.Wir nehmen das gerne entgegen und haben es auch in die Kommission eingebracht. Gewisse Arbeiten und Aufgaben könnten wir anders zuteilen. Aber bevor wir uns daranmachen, wollten wir abwarten, welches Modell der Stadtrat will.

Was bringt eine Debatte um die Ratsreform, wenn am Ende doch alles bleibt wie gehabt?Eine Erkenntnis ist, dass wir für alle Ratsmitglieder Pflichtenhefte erarbeiten müssen – auch im Hinblick auf Amtsübergaben. Es muss jeder und jede von Anfang an wissen, was von ihm oder ihr erwartet wird. Wir konnten mit den Mitgliedern der Kommission jenseits der Tagespolitik und ohne Scheuklappen über die Varianten, deren Vor- und Nachteile und Optimierungsmöglichkeiten diskutieren. Das war sehr bereichernd und bringt für jedes Modell, das wir umsetzen, praktischen Nutzen.

Hätten Sie sich auch mit dem Modell «Sieben Räte ohne Ressorts» anfreunden können?Es hat seine Reize. Der Gemeinderat wäre damit ein strategisches Gremium, das ressortübergreifend politisiert. Letztlich bevorzugen wir aber die pragmatische Lösung, die jedem Ratsmitglied ein Gebiet zuweist. Sie gibt ihm die Möglichkeit, sich in ein Gebiet zu vertiefen, seine Ideen zu entwickeln und diese in die Politik zu tragen. Das ist eine schöne und motivierende Aufgabe. Allerdings muss jedes Exekutivmitglied das Wohl der ganzen Stadt im Auge behalten; es darf sich nicht nur auf sein Ressort beschränken.

Berner Zeitung

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