Das Woodrock geht in die letzte Runde

Emmenmatt

Nach 20 Jahren ist Schluss. Diesen Sommer findet auf der Moosegg im Emmental das letzte Woodrock-Festival statt. Die Veranstalter sind müde geworden und wollen auf dem Höhepunkt aufhören.

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Tanja Kammermann

Klein und fein wie das Festival ist der Kreis, der bisher wusste, dass es das Woodrock nur noch einmal geben wird. Es ist schliesslich erst seit Ende letzten Jahres beschlossene Sache. Lesen konnte man die Neuigkeiten letzten Dienstag im Berner Bär. «Es stimmt, die zwanzigste wird die letzte Ausgabe des Woodrock sein», sagt Präsident Nick Werren doch etwas überrascht am Telefon. «Wir alteingesessenen Festivalorganisatoren sind überholt und wollten aufhören», erklärt er auf die Frage nach dem Warum.

Auch verschiedene kleinere Gründe hätten die Entscheidung beeinflusst. Zum Beispiel, dass das Forstamt plötzlich fand, der Wald müsse auch einmal ruhen. «Und das wegen drei Tagen Party unter den Bäumen, das ist schwer verständlich», so Werren. Dazu kommt, dass der Wirt des Restaurants Waldhäusern, der jeweils mit dem Festival zusammengesponnen hat, sich dem Pensionsalter nähert.

Zeiten haben sich geändert

Zur Festivalmüdigkeit der Organisatoren beigetragen hat aber vor allem das Besucherverhalten. «Als wir vor 20 Jahren angefangen haben, konnte es Katzen hageln und die Leute kamen trotzdem. Letztes Jahr regnete es fünf Minuten und schon blieben die Besucher weg», sagte Werren. Zudem gebe in der Region zu viele kommerzielle Anlässe «ohne Seele und Kultur», die Besucher abziehen würden. «Wir haben uns über die Jahre viel Mühe gegeben und mit Herzblut jeweils ein liebevolles Festival organisiert», so Werren.

Klein, fein und niemals wirklich in der Gewinnzone, dieser Philosophie ist das Festival immer treu geblieben. Deshalb wurde das Woodrock 20 Jahre lang von einem ehrenamtlich tätigen Organisationskomitee auf die Beine gestellt. «100 freiwillige Helfer sassen dann jedes Jahr wie auf rohen Eiern und fragten sich, ob genug Leute kommen werden. Das geht heute auch nicht mehr, diesen Idealismus gibt es nicht mehr». Letztes Jahr fanden knapp 1000 Leute den Weg auf die Waldlichtung auf der Moosegg. In den besten Jahren waren es doppelt so viele.

Best of Programm zum Abschluss

Das Woodrock war immer eine Plattform für regionale Künstler und Schweizer Newcomerbands. In diesen Tagen stellen die Organisatoren nun das Programm für die zwanzigste Ausgabe, die vom 4. bis am 6. Juli stattfindet, zusammen. «Es wird nicht nur ein musikalisches Best-of der letzten 20 Jahre, sondern auch ein persönliches. Das heisst es werden nur Bands auftreten, mit denen wir auch hinter der Bühne gerne abhängen. Musiker, die wir doof finden, kommen nicht auf den Hügel.» Zu den Highlights gehörten beispielsweise Polo Hofer, Stiller Has oder William White. Soviel sei verraten: Die Auswahl wird sich auf Bands aus dem Emmental und der Stadt Bern beschränken.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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