Hindelbank

Asylzentrum Hindelbank wird wieder geöffnet

HindelbankSeit fünf Wochen ist die Asylunterkunft in der Zivilschutzanlage beim Schulhaus Hindelbank stillgelegt. Das wird sich in Kürze ändern: Weil die Zahl der Asylgesuche ansteigt, wird die Anlage Mitte Juni wieder in Betrieb genommen.

Macht einen verlassenen Eindruck: Schon bald werden jedoch wieder Flüchtlinge in die Zivilschutzanlage beim Schulhaus Hindelbank ziehen.

Macht einen verlassenen Eindruck: Schon bald werden jedoch wieder Flüchtlinge in die Zivilschutzanlage beim Schulhaus Hindelbank ziehen. Bild: Marcel Bieri

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Es war eine Überraschung, als die Heilsarmee-Flüchtlingshilfe Ende April das Durchgangszentrum in Hindelbank schloss. Damals strandeten beinahe täglich Hunderte von Flüchtlingen auf dem europäischen Festland, und dennoch waren zu diesem Zeitpunkt im Kanton Bern rund 300 Plätze in Asylunterkünften nicht belegt.

Paul Mori, Geschäftsführer der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe, prognostizierte damals, dass die Anzahl Asylgesuche in absehbarer Zeit wieder wachsen und die Heilsarmee die Asylunterkunft in der Zivilschutzanlage in Hindelbank wieder öffnen werde. Er sollte recht behalten. Wie er auf Anfrage bestätigt, wird die Anlage voraussichtlich am 15. Juni wieder in Betrieb genommen. «Je nachdem, wie sich die Nachfrage nach freien Asylplätzen entwickelt, kann es auch etwas früher oder später sein», so Mori.

500 Flüchtlinge pro Woche

Ausschlaggebend für die Zuweisung von Flüchtlingen an die Kantone ist die Belegungssituation in den Bundeszentren. Und dort rechnet man offenbar mit einer markanten Zunahme bei den Ankömmlingen. Wurden in den letzten Monaten pro Woche zwischen 100 und 200 Asylbewerber an die Kantone überwiesen, so geht das Staatssekretariat für Migration für die kommenden Monate von 400 bis 500 Personen wöchentlich aus, die den Asylzentren in den 26 Kantonen zugeteilt werden.

Paul Mori sagt, man habe das circa zehnköpfige Team für Hindelbank wieder beisammen, nachdem man vor fünf Wochen wegen der vorübergehenden Schliessung sechs Mitarbeiter habe entlassen müssen. «Es ist in etwa das gleiche Team wie vorher, den Grossteil der Leute haben wir wieder an Bord.»

Wie sinnvoll es sei, ein Asylzentrum zu schliessen und Personal zu entlassen, um die Unterkunft wenige Wochen später wieder hochzufahren und die gleichen Leute wieder einzustellen, darüber lasse sich streiten, sagt Mori. «Aus betriebswirtschaftlicher Sicht war unser Entscheid von Ende April bestimmt richtig.» Denn weil der Kanton Bern für unterirdische Asylunterkünfte die Subjektfinanzierung kenne, werde der Betreiber dieser Zentren nur für belegte Betten entschädigt. «Wir tragen das unternehmerische Risiko.»

Der Grosse Rat ist am Zug

Es ist aber gut möglich, dass der Kanton Bern dieses Finanzierungsmodell bald anpasst: Regierung und Sicherheitskommission des Grossen Rates beantragen dem Parlament, für unterirdische Asylanlagen von der Subjekt- auf die Objektfinanzierung umzustellen. Das hätte zur Folge, dass unterirdische Unterkünfte auch im Falle einer temporären Unterbelegung nicht geschlossen werden müssten. Das würde zwar Mehrkosten bedeuten, laut Paul Mori aber auch eine gewisse Planungssicherheit garantieren. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.05.2015, 06:06 Uhr

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