Altersheim mit Verzögerung an Urne

Langenthal

Die städtischen Stimmbürger können über die Ausgliederung des Alterszentrums Haslibrunnen in eine Aktiengesellschaft frühestens im Dezember abstimmen. Zuerst müssen die nationalen Wahlen über die Bühne.

Wohin führt der Weg im Altersheim Haslibrunnen? Ob die städtische Institution in eine AG ausgegliedert wird, entscheiden Langenthals Stimmbürger voraussichtlich erst im Dezember.

Wohin führt der Weg im Altersheim Haslibrunnen? Ob die städtische Institution in eine AG ausgegliedert wird, entscheiden Langenthals Stimmbürger voraussichtlich erst im Dezember.

(Bild: Robert Grogg)

Patrick Jordi@jordipatrick

Vor einem Jahr sah es danach aus, als könnten Langenthals Stimmbürger im Juni 2015 ihr Votum zur rechtlichen Verselbstständigung des Alterszentrums Haslibrunnen abgeben. Die städtische Institution soll bis 2016 in eine AG ausgegliedert werden – eigentlich.

Der Zeitplan wird zunehmend sportlicher. Im Stadtrat wurde die Abstimmungsvorlage noch nicht abschliessend behandelt. Folglich konnte aus dem angepeilten Abstimmungstermin im Juni nichts werden.

Vor Weihnachten an die Urne

«Die Vorlage kommt nun im September in den Stadtrat», sagt Reto Müller, SP-Gemeinderat und Ressortvorsteher Soziales, Altersfragen und Gesundheit, auf Anfrage. Vorgesehen sei, dass das Volk am 19./20.Dezember über die Haslibrunnen-Verselbstständigung abstimmen könne. Ein früherer Urnengang ist offenbar nicht möglich. Grund: Die nationalen Wahlen vom 17./18.Oktober. Reto Müller erklärt: «Zur gleichen Zeit sollen kommunale Geschäfte nicht auch noch zur Abstimmung gebracht werden.»

Zum Haslibrunnen äussert sich Müller des Weiteren im Jahresbericht 2014 des Alterszentrums. Der Spardruck habe deutlich zugenommen, schreibt er. «Die kantonalen Sparmassnahmen von 2013 gehen auch am Haslibrunnen nicht spurlos vorüber.»

Finanzierung sicherstellen

Adrian Vonrüti, Leiter Sozialamt der Stadt Langenthal, denkt im Jahresbericht bereits laut über die Zukunft nach der Verselbstständigung nach. Nach dem Volksbeschluss werde es Sache des Verwaltungsrats sein, die Erweiterung des heutigen Alterszentrums Haslibrunnen in ein 152-Betten-Haus zu konkretisieren und die Finanzierung sicherzustellen.

«Allenfalls werden sich die Langenthalerinnen und Langenthaler ein zweites Mal mit der Vorlage zu beschäftigen haben», schreibt Vonrüti. Man werde alles daransetzen, den pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren in naher Zukunft genügend stationäre Plätze zur Verfügung zu stellen. «Selbst im Pflegefall soll der Verbleib in Langenthal gewährleistet sein.»

Am 1.März 2014 trat Hansjörg Lüthi die Nachfolge von Zentrumsleiter Marcel Lanz an. Bald habe er festgestellt, dass der Haslibrunnen eine gut funktionierende Struktur besitze, so Lüthi.

Im Jahr 2014 verzeichnete das Alterszentrum 23 Todesfälle und 3 Austritte. Auffällig sei, dass die Pflegefälle zunehmend komplexer und akuter würden, da viele Bewohnende heute mehrere Diagnosen hätten. Das Durchschnittsalter inklusive der Feriengäste betrug per Stichtag 31.Dezember 86,9 Jahre (Vorjahr: 87,9).

Entsprechend war der Anteil der 85- bis 89-Jährigen mit 20 Bewohnenden am grössten. Ein Mann und zwölf Frauen waren per Jahresende zwischen 90 und 94 Jahre alt, fünf Frauen zwischen 95 und 110 Jahre. Die jüngste Bewohnerin gehörte der Kategorie der 60- bis 64-Jährigen an. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug per Ende Dezember 2 Jahre und 323 Tage (Vorjahr: 3 Jahre und 102 Tage).

Zusammenarbeit intensiviert.

Die Zusammenarbeit mit der Stiftung für Alterswohnungen Langenthal sei 2014 weiter intensiviert worden, schreibt Zentrumsleiter Hansjörg Lüthi, der seit Mai 2014 gleichzeitig als Geschäftsführer der Stiftung fungiert. Die Stiftung für Alterswohnungen ist im Besitz von insgesamt 86 Alterswohnungen an drei Standorten.

An der Haldenstrasse wird eine Alterssiedlung mit 36 Wohnungen geführt, an der Bäreggstrasse sind es 32. In der neusten Wohnsiedlung an der Schützenstrasse in direkter Nachbarschaft zum Alterszentrum werden 18 Wohnungen angeboten. Den Bewohnern der Siedlungen an der Haldenstrasse und der Bäreggstrasse werden zur Tagesstrukturierung ein Mittagstisch und diverse Nachmittagsanlässe geboten.

Nach schwarz wieder rot

Im letzten Jahr resultierte für das Alterszentrum bei einem Aufwand von 5,245 Millionen und einem Ertrag von 5,212 Millionen ein Verlust von 33'000 Franken. Im Vorjahr resultierte noch ein Gewinn von 182'572 Franken.

Einen Gewinn von 17338 Franken warfen im letzten Jahr die Seniorenwohnungen an der St.-Urban-Strasse ab. Dies bei einem Aufwand von 548'695 und einem Ertrag von 566'033 Franken. Unter dem Strich resultierte dennoch ein Gesamtverlust von 15'663 Franken. Dieser wird in der Bestandesrechnung der Stadt zurückgestellt. Im Vorjahr erzielte das Alterszentrum einen Gesamtgewinn von 184'400 Franken.

Berner Zeitung

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