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Eine Uraufführung als Abschiedsgeschenk

Spiez Das war das voraussichtlich letzte Konzertwo-chenende des Thuner Stadt-orchesters im Exil; Ende Mai spielen die Musiker im neu

Wer Uraufführung liest, denkt zuerst an atonale Kompositionen. Noch am Nachmittag fragten Besucher am Tag der offenen Tür im Kultur- und Kongresszentrum KKThun (vgl. Bericht auf Seite 11) beim Präsidenten der Allgemeinen Orchestergesellschaft Thun, Christoph Müller, nach, was sie im Lötschbergsaal Spiez am Konzert des Stadtorchesters erwarten werde. Er konnte sie beruhigen: Dominiqiue Roggens Concerto grosso a-moll für Tuba, Streicher und Basso continuo verrät schon mit seinem Titel, an welche Vorbilder sich der Schweizer Komponist anlehnt. Die Uraufführung der Widmung Roggens an den Berner Tubaspieler Daniel Schädeli wurde zu einem gelungenen Abschiedsgeschenk an die Spiezer, die dem Stadtorchester während der Bauphase des KKThun Exil angeboten hatten. Roggens Concerto grosso versetzte die Besucher ins 18. Jahrhundert – Cembalo mit dem Thuner Musiker Vital Julian Frey inklusive. Überraschungsmoment bildete in diesem barocken Reigen nicht nur die Tuba von Daniel Schädeli, der dem grossen Instrument unglaublich sanfte Töne zu entlocken weiss. Überraschungsmomente boten auch die geschickt eingeflochtenen Harmonien, die an Jazz und an das Volkslied «Vo Lozärn gäge Wäggis zue» erinnerten. Mit diesem pointierten Schluss waren fröhliche Stimmung und lang anhaltender Applaus für den anwesenden Komponisten garantiert. Schädeli setzte auch in Ralph Vaughan Williams’ Konzert f-moll für Tuba und Orchester die nötigen Glanzpunkte auf. Denn so animiert das Stadtorchester unter der Leitung Laurent Gendres auch mitspielte, waren in allen drei Werken, die zur Aufführung gelangten, nicht alle Einsätze reibungslos. Insbesondere bei den Streichern, die auch mit Tschaikowskys erweiterten «Nussknacker-Suite» gefordert waren, erschien die Klangfülle oft zähflüssig. Dadurch fehlte dem berühmten «Blumenwalzer» als Abschluss des dritten Sinfoniekonzerts das Schwebende, das den Reiz eines schwungvollen Wiener Walzers ausmacht. Nichtsdestotrotz verlieh die Erweiterung der Suite um die zwei Auszüge «Le Chocolat (Danse espagnole)» und den «Pas de Deux», die ansonsten nur in der Ballettaufführung vorkommen, dem oft gehörten Klassiker einen zusätzlichen Reiz.Heinerika Eggermann DummermuthStadtorchester Thun: Das letzte Konzert der Saison findet am 28./29. Mai KKThun mit der Pianistin Aglaja Graf statt. www.aogt.ch www.kulturticket.ch>

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