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Eine Skiwoche für Homosexuelle

Zwei Luxushotels in Grindelwald sind überzeugt,

«Wir haben das Projekt bereits seit längerer Zeit in einer Schublade. Nun sind unsere Abklärungen und Vorbereitungen so weit, dass wir es herausnehmen und mit dem neuen Angebot loslegen», sagt Mario Resch. Er ist der Marketingchef des Romantik Hotel Schweizerhof. Das Viersternehaus im Herzen von Grindelwald organisiert gemeinsam mit dem Hotel Grand Regina, das fünf Sterne hat, im kommenden Januar eine Gay Ski Week durch. Mit von der Partie sind auch Grindelwald Sport und Grindelwald Tourismus (siehe Kasten). Auf der Internetseite www. grindelwald-gayweek.com werben die Organisatoren mit: «Sei dabei, wenn wir in Grindelwald Rücken an Rücken den schwulen Winter feiern. Euch erwartet ein XXL-Programm mitten in der imposanten Bergkulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau.» Angekündigt werden unter anderem «zünftige Après-Ski-Partys, heisse Drinks, gemütliche Lounge-Abende, knackige Go-Go-Dance-Events, Schaumparty, kulinarische Genüsse und jede Menge Wellness». «Keine wilde Sache» Selbstverständlich gehören auch Skifahren und andere Wintersportarten zum Programm. Trotzdem tönt das Ganze nach einer einwöchigen Love-Parade auf und neben weissen Pisten. Otto und Annelise Hauser, Besitzer vom «Schweizerhof», winken jedoch vehement ab: «Das wird keine wilde Sache. Selbstverständlich wollen wir in dieser Woche Events bieten, die zu der Zielgruppe passen. Aber da bricht kein Fieber aus.» Allein der Preis für diese Woche spricht gegen eine Massenparty. So kostet die Gay Ski Week je nach Unterkunft zwischen 2100 und 6000 Franken. Dazu kommt ein Eventpass. Der gibts inklusive Skiunterricht für 595 Franken, ohne Unterricht für 345 Franken. Gäste, die nicht in den beiden Hotels logieren, aber an den Events teilnehmen möchten, können diese Pässe für 895 respektive 640 Franken kaufen. Die Organisatoren rechnen damit, dass rund 85 Prozent der Gäste männlich sind, und erwarten 200 bis 250 Personen, die vorwiegend paarweise kommen. Mario Resch ist zufrieden damit, wie das Projekt angelaufen ist: «Wir haben relativ viele Rückmeldungen und Nachfragen.» Otto Hauser erklärt, er habe selber eine grosse Hemmschwelle gehabt, eine solche Woche anzubieten. «Aber letztendlich handelt es sich um ein Angebot für eine spezielle Zielgruppe, wie das auch die Krimi-Events für Hobby-Detektive sind», erklärt er. Die Woche findet vom 16. bis 23. Januar statt, gleich nach den Lauberhornrennen. Eine Zeit, in der erfahrungsgemäss die Betten in den Skiorten eher schlecht belegt sind. Otto Hauser bestätigt denn auch, dass das mit ein Grund ist, warum das neue Angebot lanciert wurde. Und: «Das ist eine Marktlücke. Dieser Kundenkreis reist sehr gerne und stellt hohe Ansprüche an Lebensqualität wie Essen und Trinken. Viele sind froh, wie normale Paare Urlaub machen zu können, und dass niemand komisch guckt, wenn zwei Männer ein Zimmer mit Doppelbett buchen.» Arosa macht es vor Die Grindelwalder haben das Rezept, während der ruhigeren Wochen der Wintersaison mit einer Gay Ski Week gegen leere Betten zu kämpfen, aber nicht selber erfunden. Der Bündner Tourismusort Arosa wird vom 9. bis 15. Januar nächsten Jahres diesen Event bereits zum siebten Mal durchführen. Im vergangenen Jahr waren es über 300 Gäste. An der Aktion beteiligen sich im kommenden Jahr sechs Hotels. Otto Hauser vom Romantik Hotel Schweizerhof Grindelwald räumt ein, diesen Anlass nicht ganz selber aus der Taufe gehoben zu haben: «Arosa hat da eine Bresche geschlagen. Doch es ist an uns, dafür zu sorgen, dass die Gay Ski Week in Grindelwald gelingen wird, Da genügt kopieren nicht.» Susanna Michel>

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