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Eine Schule in vier Gemeinden wächst zusammen

untere EmmeSeit genau einem Jahr drücken die Kinder aus Bätterkinden, Utzenstorf , Wiler und Zielebach in der gemeinsamen Schule untere Emme die Schulbank. Zwischen den einzelnen Standorten herrscht schon heute «sehr viel Konsens».

Am Anfang stand die Erfahrung, dass es bei der Feuerwehr über alle Gemeindegrenzen hinweg ja seit längerem gut funktioniert. Vor diesem Hintergrund fiel es den Gemeindepräsidenten von Bätterkinden, Utzenstorf, Wiler und Zielebach umso leichter, im Spätherbst 2006 vor ihre Leute zu treten und anzukündigen: Die bisher vier eigenständigen Schulen mit ihren Primar-, Real- und Sekundarklassen schliessen sich zusammen. Sinkende Kinderzahlen auf der einen und die Überzeugung, dass in einem grösseren Rahmen ein besseres Angebot möglich sei, auf der anderen Seite standen der Idee Gevatter. Zwar erwuchs dem Vorhaben besonders aus den Reihen der Lehrerschaft in Bätterkinden Widerstand, doch am Ende sagten auch dort die Stimmenden Ja. So kam es, dass die Kinder aus den vier Gemeinden ab dem letzten Sommer die in einen eigenen Verband ausgegliederte Schule untere Emme besuchten – nun, nach dem Ende des ersten Jahres unter dem neuen Regime, stellen die Verantwortlichen zufrieden fest: Im Unterricht läuft alles nach Plan, ja, die einzelnen Schulhäuser stehen sich bereits viel näher als erhofft. Überraschung aus Zielebach Gerade unter den Lehrern sei schon heute «sehr viel Konsens» vorhanden, sagt Res Hachen, der Schulleiter aus Utzenstorf. Klar pflege jedes Schulhaus nach wie vor seine Eigenheiten, und das solle in einem gewissen Rahmen auch so bleiben. Auf der anderen Seite nehme er «sehr viele ähnliche Auffassungen» wahr. Mit Blick darauf, dass man nun Regelungen erarbeiten müsse, die überall gleich zur Anwendung kämen, sei das nur ein Vorteil. Hachen redet in diesem Zusammenhang von den Massstäben für die Schülerbeurteilungen, für die Übertritte sowie die Ein- und Austritte. Die Diskussionen beträfen weiter die Lehr- und Unterrichtspläne, könnten sich sogar um Fragen drehen wie: Was ist eine gute Schule? Und wie setzen wir sie um? Dass solche Gespräche mit viel Arbeit verbunden sind, sagt der Schulleiter offen. Der administrative Aufwand habe seit dem letzten Sommer klar zugenommen, die Wege seien länger geworden, erklärt er – wen wunderts: In der Schule untere Emme kommen heute rund 950 Kinder und 100 Lehrerinnen und Lehrer zusammen. Schulpräsident Urs Schuhmacher weist derweil noch auf Aufgaben hin, die von aussen her auch noch auf den neuen Verband zukamen. Plötzlich galt es, auf Geheiss des Kantons Mittagstische und Schülertransporte zu organisieren. Dazu kam, dass das Ende in Zielebach früher kam als angenommen: Weil für die einzige noch verbliebene Klasse zu wenig Kinder angemeldet waren, drängte der Kanton darauf, die Schule gleich zu schliessen. Für den Verband hiess das nichts anderes, als neu nur noch mit den drei Standorten Bätterkinden, Utzenstorf und Wiler zu planen. Immerhin hatte er seit je fest mit Zielebach als viertem Schulhaus gerechnet. Drängende Raumprobleme Die Schule untere Emme ist im ersten Jahr nicht nur auf der Ebene des Kollegiums zusammengewachsen. «Wir haben schon viele Anlässe gemeinsam organisiert», blickt Hachen zurück. Dann redet er von den Freifächern, die erstmals an allen Orten den Kindern aus dem ganzen Verbandsgebiet offenstanden. Besonders beliebt sei der Veloflickkurs in Utzenstorf gewesen, erzählt Präsident Schuhmacher. Auch sein Sohn habe daran teilgenommen, und da sei auch die Distanz vom Elternhaus in Bätterkinden ins Nachbardorf kein Problem gewesen. Die Kinder hätten sich selber organisiert, Fahrdienste der Eltern seien kein Thema gewesen, «wir treffen uns und gehen dann gemeinsam hin», habe ihm der Sohn beschieden. Auch in anderen Bereichen, ergänzt Schulleiter Hachen, seien dank der neuen Grösse neue Angebote möglich. Er erinnert an den Unterricht für besonders begabte Schülerinnen und Schüler, den man nun allen Kindern anbieten könne. Je nachdem sei später auch eine Vorbereitungsklasse fürs Gymnasium möglich, und wenn dereinst die Schulsozialarbeit ein Thema werde, seien die Voraussetzungen nun ebenfalls günstiger. Vielleicht kann der Verband gar mithelfen, drängende Raumprobleme zu lösen. Bätterkinden wie Utzenstorf klagen nämlich über fehlende Zimmer, wogegen die Schulanlage Wiler, so Schuhmacher, «grosszügig bemessen ist». Vielleicht, sinniert der Präsident, liesse sich die Situation bereits entschärfen, wenn die Kinder aus dem nördlichen Zipfel Utzenstorfs statt im eigenen Dorf im sogar noch ein Stück näher gelegenen Wiler zur Schule gingen – solche Umstrukturierungen sind im neuen Verband, in dem die Gemeindegrenzen ja keine Rolle mehr spielen, auf jeden Fall einfacher zu bewerkstelligen als bisher. Stephan Künzi>

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