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Eine Niederlage mit Vorteilen

Nach einer intensiven Partie ist Swica Volley Münsingen Lugano 1:3 unterlegen. Die Serie geht mit 2:1 an Lugano, die Tessiner sind für die Playoffs qualifiziert. Münsingen spielt nun die Playout-Serie

Ausgezeichnet schien die Stimmung bei Münsingens Volleyballern vor dem entscheidenden dritten Spiel gegen Lugano. Jonas Weingart durfte sich an seinem 24.Geburtstag über ein Ständchen der ganzen Turnhalle freuen – die Atmosphäre war beinahe betont locker. Mit Spielbeginn schwenkte der sportliche Eifer aber schnell in Verbissenheit um, Nettigkeiten wurden wenige ausgetauscht. Zuerst lachte Sébastien Chevallier lauthals über einen Fehler der Luganesi, dann liessen die Tessiner etwas die Fairness vermissen. Wie bereits im zweiten Spiel missachteten sie das sogenannte Gentlemen’s Agreement, nach dem jeweils mindestens ein Schweizer im Spiel sein sollte. Lugano aber trat zuweilen mit sechs Ausländer aufs Mal an, nur Captain David Hubner brachte ab und an die verlangte Helvetik ins Spiel der Gäste. Souveräner Schnider Auch wenn der Sportsgeist etwas zu wünschen übrig liess, entwickelte sich ein mitreissender und offener Schlagabtausch. In den ersten zwei Sätzen behielt Lugano mit seinem beeindruckenden Kader mehr oder weniger knapp die Oberhand. Vor allem Goran Bjelica, Olympiateilnehmer mit Serbien, spielte ausgezeichnet und zeichnete für etliche Tessiner Punkte verantwortlich. Dessen Pendant auf Münsinger Seite war Jan Schnider. Der Beachvolleyballer zeigte zuweilen hervorragende Angriffe und vermochte als einziger Aaretaler den Block der Gäste regelmässig zu überspielen, einmal sogar mit einer herrlichen Finte. Gelassener Gerson Mit dem Rücken zur Wand spielte Münsingen besser und vermochte den dritten Satz in extremis mit 27:25 zu gewinnen. Im vierten Durchgang gab das Team von Marc Gerson noch einmal alles. Lugano hielt mit seinem breiten Kader dagegen und wechselte mit Ricardinho Leoni noch einen weiteren Brasilianer ein, den dritten im Team der Tessiner. Die schlagkräftigeren Gäste gewannen den letzten Satz mit 25:22, das Spiel mit 3:1, die Serie mit 2:1 und qualifizierten sich so für die Playoffs. Münsingen hatte alles versucht und scheiterte mehr an der Klasse Luganos als am eigenen Unvermögen. Zwei Stunden nach dem Spiel nahm Trainer Marc Gerson die Niederlage bereits ziemlich gelassen hin: «Für dieses junge Team ist es vielleicht besser, haben wir die Playoffs verpasst.» Nicht selten hätten knapp 18-jährige Spieler wie Mirco Gerson oder Jonas Stadelmann mit den Junioren und dem 1.-Liga-Team eine Doppel- oder Dreifachbelastung zu bewältigen. Gerson anerkennt die Klasse von Lugano ohne Neid, kann sich aber einen kleinen Seitenhieb auf das teure Kader nicht verkneifen: «Ich bleibe dabei, im heutigen Hallenvolleyball kannst du dir einen Titel kaufen.» Moritz Marthaler>

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