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Eine Gemeinde heizt bald nur noch mit Holz

UnterlangeneggDie Familie Fahrni baut eine Holzschnitzelheizung, die alle Gebäude in Gemeindebesitz mit erneuerbarer Energie beheizt.

Adrian und Anne Fahrni stehen auf ihrer Baustelle am Weggutkreis in Unterlangenegg. Das Fundament für die Holzschnitzelheizung, die bald die gesamte Nachbarschaft heizt, ist bereits gelegt. Mitte Oktober wird der Heizkessel geliefert. Vor Wintereinbruch soll die Heizung in Betrieb genommen werden und allen Anwohnern im Weggutkreis Wärme spenden. Nächstes Jahr wird auch der Kreuzweg mit den Gemeindegebäuden und der Post versorgt. Bei der Gemeinde zeigt man sich erfreut über den Wärmeverbund. «In allen unseren öffentlichen Gebäuden wird bald zu 100 Prozent grün geheizt», sagt Gemeindepräsident Rudolf Reusser erfreut. Letztlich profitieren 13 Gebäude von Fahrnis Holzschnitzelheizanlage. Die Entscheidung für den Wärmeverbund hat aber auch praktische Gründe. «Geld bleibt in der Region» «Wir haben den Wald direkt neben uns», begründet Bauer Fahrni den Bau seiner Heizung und ergänzt: «Wichtig war mir auch Unabhängigkeit – statt von den Preisen von arabischen Ölstaaten abhängig zu sein, will ich lieber, dass das Geld in der Region bleibt.» Die ökologischen Aspekte zogen die Akzeptanz in der Nachbarschaft zum Vorhaben mit sich. Die Gebäude am Weggutkreis hatten veraltete Heizsysteme, und für sie wurde nach langfristigen Lösungen gesucht. Seit sich die acht Nachbarn zusammengetan haben, nimmt der Bau grössere Dimensionen an. «Immer grösser werden auch die Kreise, die das Ganze inzwischen zieht», sagt Fahrni. Obwohl der Vertrag noch nicht abgeschlossen ist, kann davon ausgegangen werden, dass 2012 auch der Kreuzweg und damit acht weitere Gebäude der Gemeinde und die Post angeschlossen werden. Die Kosten für die Holzschnitzelheizung von etwa einer halben Million Franken werden von Bauer Fahrni mithilfe von Fördergeldern des Kantons und Subventionen bezahlt. Den Bauauftrag erhalten hat die Firma Allotherm aus Thun, die sich auf ökologische Heizsysteme spezialisiert hat. Der Fukushima-Effekt Der Unterlangenegger Hochbauvorsteher Michael Graf sieht in den Holzschnitzelheizungen die Zukunft: «Seit Fukushima erlebt die Branche einen wahren Boom. Obwohl es lange dauert, bis die Kosten amortisiert sind, stellen solche Anlagen einen wichtigen Beitrag zur Energiewende dar.» Besonders im Kanton Bern, wo mehr Holz wächst, als genutzt wird, sieht er in Holzschnitzelheizungen grosses Potenzial. Für Adrian Fahrni ist die Holzschnitzelheizung nicht nur ein Beitrag zu einem grüneren Unterlangenegg – sie fördere auch den Zusammenhalt im Dorf. «Anstatt dass jeder Einzelne selber murkst, spannen alle zusammen», sagt der innovative Bauer. Ende Oktober wird die grüne Heizung in Betrieb genommen. «Weiteres Potenzial, um noch mehr Häuser anzuschliessen, ist vorhanden», sagt Fahrni und hofft, dass sein Projekt in der Umgebung noch weitere Kreise zieht.David Oesch>

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