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Eine erahnbare «andere Welt»

Auch mit 85 Jahren hält der Gstaader Künstler Oskar Buchs seine Betrachterinnen und Betrachter mit farbkräftigen, rätselumrankten Bildern in Atem. In der Thuner Galerie Rosengarten darf mit der «anderen Welt» geflirtet werden.

Seine Schaffenskraft ist auch mit dem in gut zehn Tagen nahenden 85.Geburtstag ungebremst. 54 Werke – Ölbilder und Holzdrucke – hat Oskar Buchs unter der geschickt arrangierenden Hand der Galeristin Rose Ueltschi ausgestellt. Ueltschi legt das Gewicht auf die Dynamik der Farbgruppierungen. «Lebensfreude und Kraft durch Kunst» – so lautet der Titel der Jubiläumsausstellung, die noch bis am 20.November in der Thuner Galerie Rosengarten zu sehen ist. Und damit ist auch gesagt: Der renommierte Gstaader Künstler setzt in seiner Darstellung weiterhin auf die positiv schwingenden Energien des Lebens, die Faszination der Natur und Schöpfung. Gleichzeitig taucht er seine Welten in rätselumrankte Landschaften, die etwas Traum- und Urbildhaftes, surreal Anmutendes an sich haben. Es ist die «andere Welt», die erahn- und spürbar wird. Unaufdringlich lädt Oskar Buchs zu Grenz- und grenzüberschreitenden Erfahrungen ein. «Sehen und Verstehen ist individuell und daher begrenzt», brachte es Vera Heuberger, Kuratorin des Schlosses Oberhofen, an der Vernissage auf den Punkt. «Gerade die Kunst als Wiedergabe und Umsetzung der von uns erlebten Realität birgt jedoch die Chance, solche Beschränkungen zu sprengen – um mit Klees Worten zu sprechen: das Band zur Realität maximal und optimal zu dehnen. Dies, so scheint mir, strebt Oskar Buchs mit Vehemenz an.» «Wut und Aggression» Man könne vieles in das Werk hineininterpretieren, bezog sich Heuberger in ihrer Rede auf eines der neusten Werke von Buchs, das auch das Titelblatt der Einladungsbroschüre ziert: Das rote pflanzenähnliche Gebilde, das vor dunklem Hintergrund Musterungen wie Masken, Fischform, Blumenkelche oder Samenkörner assoziiert. Die Primärfarbe Rot steht dabei unter anderem für Leidenschaft. «Gerade Leidenschaft birgt in sich aber auch Wut und Aggression», gab Heuberger zu verstehen. «Steht die Welt in Flammen, oder ist sie von Liebe und Leidenschaft erfüllt»?, fragte sie. «Die Antworten bleiben den einzelnen Betrachtern vorbehalten. Die Rätselhaftigkeit der Bildaussage bleibt bestehen.» Rasches Arbeiten nötig Vera Heuberger verwies auch auf die Spachteltechnik, mit der bis zu sieben Farbschichten aufgetragen werden: «Wie bei der Graffititechnik ist dabei rasches Arbeiten notwendig. Dies bedingt einerseits eine Vorstellung des zu Realisierenden, ermöglicht andererseits, Intuitionen einfliessen zu lassen.» Und so kann man sich auf die kräftigen Farbgebungen und geheimnisvollen Verästelungen der Werke von Oskar Buchs einlassen. Von (Alters-)Müdigkeit des bald 85-jährigen Künstlers ist jedenfalls rein gar nichts zu spüren. Svend PeternellOskar Buchs in der Galerie Rosengarten, Bälliz 64. Jubiläumsausstellung bis 20.November. Offen von Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr und am Samstag von 10 bis 16 Uhr. •www.galerie-rosengarten.ch •www.buchs-oskar.ch >

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