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Eine Bahn macht Heu

Wenn Mitarbeiter der Wengernalpbahn die

«Wir heuen steile und extrem steile Bahnbörter», sagt Karl Feuz beim Verladen von mehreren grossen Heuballen auf einen Güterwagen unterhalb des Bahnhofs Wengen. Der Stellvertreter Rottenchef Wengernalpbahn (WAB) und einige seiner Kollegen haben das Heu beidseits des Gleises im Gebiet Wangfuhren-Stutz zusammengetragen und in Netze, sogenannte Heutücher, verpackt. Die Heuequipe wird vom Bahnhof Wengen telefonisch informiert, dass der Güterzug, Kurs 356, einen leeren Wagen mitführt. Der Zug hält an, in Sekundenschnelle wird aufgeladen, der Taktfahrplan erleidet kaum Verspätung. Im Güterbahnhof Lauterbrunnen wird das Heu unter die Gleishandwerker aufgeteilt, die zu Hause Rindvieh, Ziegen oder Schafe halten – pro Saison über 60 Ballen. «Eine noch grössere Menge übergeben wir der Grünabfuhr – Heu das sich nicht zum Füttern eignet», erklärt Rottenchef Martin Feuz. Vor Jahrzehnten hätten sich ortsansässige Bauern noch für Bahnheu interessiert. Der Vorarbeiter habe jeweils für die WAB Geld einkassiert, weiss Martin Feuz. Bei günstigen Wetterverhältnissen dauert die Heusaison etwa sechs Wochen – allerdings leisten die Gleishandwerker in dieser Zeit auch andere Einsätze. Viel Handarbeit Viele bahneigene «Wiesen» entlang der rund sechs Kilometer langen Gleisstrecke von der Remise in Lauterbrunnen bis zur Haltestelle Allmend oberhalb von Wengen sind nur von der Bahn erschlossen und nicht mit Strassenfahrzeugen erreichbar. Sie können zu einem grossen Teil mit dem Motormäher – oft vom Seil eines Begleiters gesichert – oder mit dem sogenannten Fadenmäher gemäht werden. Einzelne Mitarbeiter der Rotte WAB 1 sind sich aber gewohnt, auch mal die Sense zur Hand zu nehmen. Die zum Teil mühsame und beschwerliche Arbeit erfordert Trittsicherheit und manchmal sogar das Tragen von Tricouni-Schuhen mit Nagelsohlen. «Wer den ganzen Tag in den steilen Fuhren arbeitet, dem schmerzen am Abend etwa die Füsse», sagt Martin Feuz. Die Böschungspflege sei nötig, damit das Gleis nicht überwuchere. Das alljährliche Heuen von Steilhängen vermindere auch Gleitschneeschäden. Ferdinand Waespe>

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