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Ein Oldie und ein Spitzenschläger

Vor der Saison hatte niemand damit gerechnet. Nun ist die HG Richigen erstmals Schweizer Meister.

Es schien, als wäre das halbe Dorf nach Sumiswald gekommen. Rund um das Hornusserhaus der HG Wasen-Lugenbach war es kaum mehr möglich, sich zu bewegen. Kurz vor 16 Uhr brach Jubel aus. Richigen hatte die Partie bei Wasen-Lugenbach mit 27 Punkten Vorsprung gewonnen und so die letzte Hürde genommen. Es folgten die üblichen Szenen der Freude. Meister-T-Shirts wurden verteilt, sodass sich die zuvor in Grau gekleideten Richiger bald in Rot präsentierten. Eine Überraschung. Es war ein Titelgewinn, der unerwartet kam. Richigen, das 2010 die Meisterschaft auf Rang 8 abgeschlossen hatte, hatte sich vor der Saison verstärkt und sich als Ziel gesetzt, unter die ersten sechs der NLA vorzustossen. Neu zum Team stiessen Christian Aebersold (Zuchwil), Michael Schmid (Bern-Beundenfeld) und Stefan Zürcher (Wichtrach). An den Gewinn des ersten Meistertitels dachte bei den Hornussern der 1929 gegründeten, in der Gemeinde Worb beheimateten HG Richigen jedoch niemand. «Es ist eine Riesensensation. Wir hatten nie damit gerechnet», sagte Christian Wyss, der Spielführer des Meisterteams. Die Favoriten wie Wäseli, Bern-Beundenfeld oder Höchstetten patzten jedoch verschiedentlich, zuletzt kassierte der Titelverteidiger Wäseli am 30.Juli gegen Krauchthal-Hub eine Nummer. Und so schlug die Stunde von Richigen, das in 15 Partien nur einen Nouss fallen liess und konstant gute Leistungen zeigte. «Jeder hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt», meinte Spielführer Wyss. «Dieser Erfolg wäre ohne die gute Kameradschaft im Team nie möglich gewesen.» Ein Team, in dem Hornusser mit einer ganz speziellen Geschichte stecken. Seit 1965 dabei. Rudolf Schüpbach ist 63 Jahre alt. 1965 wurde er in die erste Mannschaft von Richigen aufgenommen. Schüpbach war von 1979 bis 1989 Präsident der Gesellschaft und ist heute als Leiter der Geschäftsstelle des Eidgenössischen Hornusserverbandes (EHV) tätig. Er vermag immer noch problemlos auf NLA-Niveau mitzuhalten, als Einzelschläger gehört er zu den besten fünf seines Teams. «Mir geht es gesundheitlich gut», sagte Schüpbach. «Ich bewege mich auch regelmässig.» Dreimal pro Woche ist Schüpbach auf dem Hornusserplatz anzutreffen. «Ich habe es als nicht realisierbar erachtet, mit Richigen Schweizer Meister zu werden», erklärte der Teamsenior. «Umso grösser ist die Freude.» Neben ihm stand Bernhard Zürcher. Nach 31 Jahren im A-Team von Richigen wechselt der 48-Jährige in die B-Mannschaft. Er durfte sich mit einem Titelgewinn aus der NLA verabschieden. Doppelter Erfolg. Martin Stettler ist 34 Jahre jünger als Schüpbach. Der Zimmermann feierte einen doppelten Erfolg. Stettler holte sich neben dem Schweizer-Meister-Titel auch den Sieg in der Einzelschlägerwertung der NLA. Spitzenteams wie Wäseli und Bern-Beundenfeld hatten in der Vergangenheit versucht, Stettler zu verpflichten. Der Spitzenschläger blieb jedoch bei Richigen. «Für das, was jetzt geschehen ist, finde ich keine Worte», meinte der 29-Jährige. «Im Team hat alles gepasst. Denn eigentlich sind wir noch keine Spitzenmannschaft.» 7 von 16 NLA-Teams haben in der Saison 2011 mehr Schlagpunkte als der neue Titelträger erzielt. Etwas Glück brauchte es auch, damit der grosse Triumph möglich war. Der grösste Triumph in der 82-jährigen Vereinsgeschichte der HG Richigen. Reto Pfister>

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