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Ein initiativer Mensch, der sich aber nie vordrängte

zum GedenkenAnfang letzten Dezember ist der langjährige Steffisburger Schulleiter, Sekundarlehrer und Chorleiter Willi Schneider aus Fahrni verstorben. Ein Nachruf auf einen initiativen und humorvollen, aber auch zurückhaltenden Menschen.

1946 als jüngstes von acht Kindern geboren, erlebte Willi Schneider eine ungetrübte Kindheit auf dem Lueghubel bei Fahrni. Vom Bauernhof der Familie bietet sich eine wunderbare Aussicht zu den Alpen und hin bis zur Jurakette. Nach dem Besuch des Lehrerseminars Muristalden in Bern unterrichtete Willi Schneider während zweier Jahre im Stutz bei Riggisberg an einer Gesamtschule, bevor er sich an der Lehramtschule der Uni Bern zum Sekundarlehrer phil. II weiterbildete. Besonders gern unterrichtete er später an der Sekundarschule Steffisburg Mathematik, Geografie und Physik und wurde in der grossen Lehrerschaft der damals vierreihigen Schule ein sehr geschätzter Kollege. War es sein Sinn für feinen Humor, das zurückhaltende unaufgeregte Wesen seiner bäuerlichen Herkunft, der Blick für das Wesentliche – er konnte bald Wertschätzung unter Schülern, Eltern und Kollegen erfahren. Ohne sich je vorzudrängen, war er immer wieder bereit, Verantwortung zu tragen, seis als Oberleutnant bei den Gebirgsfüsilieren, als engagierter Klassenlehrer, als langjähriger Betreuer der Steffisburger Sternwarte, als Sektionspräsident des Bernischen Lehrervereins (BLV) oder ab 1987 als Vorsteher der Schule und eines Kollegiums mit gegen 30 zuweilen recht eigenwilligen Köpfen. Mit diesen zu sinnvollen und nachhaltigen Mehrheitsbeschlüssen zu gelangen, war keine leichte Aufgabe, für die er indessen vielen wie geboren schien. Nach dem Bau eines Einfamilienhauses nahe dem elterlichen Bauernhof wohnte Willi Schneider mit Ehefrau Irène und seinen beiden Kindern auf der Oberen Mürggen. Ausgedehnte Reisen durch Europa, viele darunter auf dem Velo, stillten Abenteuerlust und Neugierde auf fremde Länder. «In der Berner Schule wird kein Stein mehr auf dem andern bleiben!», verkündete einst ein neu angetretener Erziehungsdirektor, und in der Lehrerschaft verbreiteten sich Verunsicherung und Frustration. Willi Schneider bemühte sich, den Neuerungen ihre gute Seite abzugewinnen und blieb vor allem initiativ: Schon im Jahre 1972 hatte er, unterstützt von Kollegium und Behörden, den Freiwilligen Schülerchor gegründet, der im Verlaufe von 18 Jahren unter seiner Leitung in beharrlicher Arbeit «richtige» Chorkonzerte mit Orchesterbegleitung einübte. So erklangen die frischen Stimmen der Oberstufenschüler zum Beispiel in der «Krönungsmesse» von Mozart, der G-Dur-Messe von Schubert, im schweren «Gloria» von Vivaldi, im Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns und in vielen Werken mehr. Zahlreiche Ehemalige erinnern sich dankbar der Chorkonzerte als «Highlights» ihrer Schulzeit. Die Einbindung von mitsingenden Eltern und der Publikumszustrom zu den meist ausverkauften Konzerten zeitigten als positiven «Nebeneffekt» eine stärkere Verankerung der Schule in der Dorfbevölkerung. Einen Zugang zur Chormusik bekam Willi Schneider in der Chorgemeinschaft Kirchdorf, in der er zusammen mit seiner Frau während langer Jahre mitwirkte. Später trat der dem Bolliger Kammerchor bei, dessen Präsident er bis kurz vor seinem Tode war. Am 6.Dezember 2010 ist er einer schweren Krankheit erlegen. Wer ihm nahe- oder auch fernerstand, wird ihn in dankbarer Erinnerung behalten. Klaus WälchliKlaus Wälchli war während 29 Jahren Lehrerkollege von Willi Schneider an der Sekundarschule Steffisburg und selber Mitglied im Bolliger Kammerchor.>

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