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Ein Heimspiel für Pedro Lenz

Wenn Pedro Lenz in der

«Kürtu» findet im Zug ein Buch und beginnt darin zu lesen. Obwohl in dem Buch gar nichts geschieht, kann er nicht aufhören damit. So begann am Donnerstagabend in der Alten Mühle Langenthal die erste Kurzgeschichte von Pedro Lenz. Anders als in seiner ersten Geschichte, passiert in seinem neuen Buch «Plötzlech hets di am Füdle» so einiges. Viele eigenwillige Charaktere, die aber das Herz auf dem rechten Fleck haben, geben sich darin die Klinke in die Hand. So handelt eine der Geschichten von Bärni Egger, einem umständlichen Zeitgenossen, der beim Radio anruft und der genervten Moderatorin gemütlich aus seinen Liebesleben erzählt. Langenthaler Wurzeln Lenz ist in Langenthal aufgewachsen. Und obwohl er mittlerweile in Bern lebt, merkt man vielen seiner Geschichten den Bezug zur alten Heimat an. Etwa wenn er davon erzählt, wie er als kleiner Junge in der Schule den Handlanger für den Pausenplatzkönig spielen musste. Oder wie sein alter Ego als Jugendlicher in der Eiskunsthalle auf dem Schoren für die schöne Chantale geschwärmt hat. Wie aus der Pistole Dabei erzählt Pedro Lenz seine Geschichten mit sprachlicher Gewandtheit und viel Gefühl für die kleinen Besonderheiten des Oberaargauer Dialekts. So heisse es eben «Zwe Büffle» und nicht «Zweu Büffle», erklärt einer seiner Charaktere in der Kurzgeschichte «Der Mundartpolizist». Meist beginnt Lenz vorsichtig zu lesen und steigert sich dann im Laufe einer Erzählung in der Geschwindigkeit und Intensität seiner Sprache. Sodass die Worte meist wie aus der Pistole in den Raum geschossen werden und den ganzen Saal wie gebannt an seinen Lippen hängen lassen. Die meist in indirekter Rede vorgetragenen Dialoge klingen, als würden die von ihm dargestellten Personen gleich selbst auf der Bühne stehen und den Wortwechsel führen. Ausverkauftes Haus Nach gut einer Stunde kam Lenz zu seiner letzten Geschichte. Eigentlich beende er seine Lesungen meist erst dann, wenn mindestens drei Personen aus dem Publikum eingeschlafen seien. «Blöd, wenn dann nur drei Leute kommen.» Darüber musste er sich am Donnerstag keine Sorgen machen. In der ausverkauften Mühle sorgten seine Anekdoten bei den rund 240 Zuhörern für viele Lacher.Sebastian Weber >

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