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Ein Hauch von Rom im Untergrund

Seit den 1970er-Jahren

Die Wiese im Buchsee-Gebiet in Köniz sieht aus wie andere Grünflächen auch. Doch unter der Oberfläche verbergen sich Überreste aus einer längst vergangenen Zeit. 1,5 Meter unter der Erde befindet sich ein fast 2000 Jahre alter römischer Gutshof. In den 1970er-Jahren wandelte die Gemeinde Köniz die Buchsee-Parzelle, die der Burgergemeinde Bern gehört, in eine Zone mit Planungspflicht um. Es sollte gebaut werden. Doch die notwendigen und teuren Ausgrabungsarbeiten verhindern dies bis heute. Seit 1850 bekannt «Eigentlich wusste man schon lange, dass im Gebiet Buchsee Überreste einer römischen Siedlung existieren», erklärt Marianne Ramstein vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern. Bereits 1850 publizierte der Archäologe Albert Jahn ein Buch, in dem er Fundstellen von unterirdischen altertümlichen Bauten lokalisierte – unter anderem auch im Gebiet Buchsee. Warum wollte man dann trotzdem auf dem Buchsee-Feld bauen? «Weil man das Ausmass des römischen Baus nicht kannte», sagt Marianne Ramstein. Albert Jahns Lokalisierungen seien ungenau, weil er höchstens Flurnamen nannte. Das wahre Ausmass kam nur Schritt für Schritt zum Vorschein, und zwar jeweils dann, wenn konkrete Bauabsichten bestanden. Spuren aus dem Mittelalter Zum letzten Mal fanden Sondierungsarbeiten 2008 unter der Leitung von Marianne Ramstein statt. Der Gemeinderat Köniz plante zusammen mit der Burgergemeinde Bern, auf noch nicht untersuchtem Boden eine Ökosiedlung zu bauen. Doch als die Archäologen an der Oberfläche kratzten, merkten sie schnell, dass das römische Souterrain grösser war als angenommen. Die Projektidee scheiterte (siehe Kasten). Ferner entdeckten die Archäologen, dass neben dem römischen Gutshof aus dem 1. oder 2.Jahrhundert auch ein Gräberfeld aus dem 7.Jahrhundert unter der Erde versteckt ist. Das sei nichts Ungewöhnliches, meint Marianne Ramstein. Im Frühmittelalter hätten die Menschen oft die Überreste von römischen Bauten zu Bestattungsanlagen umfunktioniert. Kommt eine Grünzone? Was passiert nun mit dem Buchsee-Gebiet? «Die Burgergemeinde wird in diesem Gebiet zurzeit keine Projekte realisieren», erklärt Bruno Riedo, Domänenverwalter der Burgergemeinde Bern. Die für Planung zuständige Könizer Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) sieht die Möglichkeit, die Buchsee-Parzelle in eine Grünzone umzuwandeln und stattdessen anderswo ein solches Ökoprojekt weiterzuverfolgen. Wer hätte gedacht, dass die Römer noch 2000 Jahre später den Bauplanern in Köniz das Leben so schwer machen. Michael Bucher >

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