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Ein Drittel Strom aus Erdwärme

Eine Studie des Energiekonzerns Axpo zeigt, dass in 40 Jahren ein Drittel des Stroms mit Geothermie

Das Prinzip geothermischer Stromerzeugung: Im Erdinnern steckt sehr viel Energie in Form von Wärme. Zum Bau geothermischer Kraftwerke sind Tiefenbohrungen nötig. Sie müssen mindestens drei Kilometer sinnvollerweise aber sogar fünf Kilometer tief sein. Durch die Bohrungen wird Wasser in die Tiefe gepumpt. Das Wasser nimmt dort die Tiefenwärme auf. Es wird auf bis zu 200 Grad erhitzt. Anschliessend wird das erhitzte Wasser wieder an die Erdoberfläche befördert. Dort können mit dem Wasserdampf Turbinen angetrieben werden. Diese treiben Stromgeneratoren an. Viel Strom möglich Obwohl die Technik zur geothermischen Stromerzeugung noch in den Kinderschuhen steckt, wird ihr eine grosse Zukunft vorausgesagt. Dies aus zwei Gründen: Erstens ergaben erste Schätzungen für die Schweiz ein grosses Potenzial. Der Stromkonzern Axpo hat im Jahr 2005 eine Studie gemacht. Sie kam zum Schluss, dass es möglich ist, dass in der Schweiz bis 2050 jährlich 17 Terawattstunden geothermische Elektrizität erzeugt werden. Das ist über fünf Mal mehr Strom, als das Kernkraftwerk Mühleberg liefert. Die 17 Terawattstunden Strom entsprechen etwa einem Drittel des jährlichen Stromverbrauchs in der Schweiz. Ein weiterer Grund, weshalb die Geothermie Zukunft haben könnte: Bei einem geothermischen Kraftwerk lässt sich jederzeit genau voraussagen, wie viel Strom es liefert. Bei Windkraftwerken ist dies nicht der Fall, weil sie nur dann Strom erzeugen, wenn (zufälligerweise) ein Wind weht. Das Desaster von Basel Bis jetzt wird in der Schweiz noch kein Strom aus Erdwärme hergestellt. Allerdings gab und gibt es mehrere Projekte in Planung – so in Zürich und in St.Gallen. Am weitesten fortgeschritten war das Geothermieprojekt in Basel. Mehrere Kilometer tiefe Bohrungen wurden dort bereits durchgeführt. In Basel mussten im Untergrund durch Zerklüftung Hohlräume geschaffen werden, weil dort nicht genügend natürlicher Raum für die Wasserlagerung waren. Beim Zerklüften des Gesteins in der Tiefe kam es zu Erdbeben im Raum Basel. Das Projekt musste gestoppt werden, weil das Risiko für weitere Beben gross und der öffentliche Druck zu stark waren. Weltweit werden zurzeit – vorwiegend in Vulkanregionen – jährlich rund 90 Terawattstunden Elektrizität aus Erdwärme erzeugt. Das entspricht der 25-fachen Jahresproduktion des Kernkraftwerks Mühleberg. Mischa Aebi >

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