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Ein Buch, das viele Erinnerungen weckt

LANGNAUZum 25-Jahr-Jubiläum des Kellertheaters wurde ein Buch herausgegeben. Das langjährige Mitglied Markus

Zum ersten Mal hält Markus Waber das fertige Buch in den Händen. 25 Jahre Kellertheater, festgehalten auf 84 Seiten. Er habe im Vorfeld zwar einzelne Artikel gelesen, sei nun aber gespannt auf das ganze Buch, erklärt er an der Buchvernissage im Langnauer Kellertheater. Schon nach kurzem Blättern entdeckt er ein Bild, auf dem der leere Theatersaal mit den Sitzplätzen zu sehen ist. «Das sind noch die alten Stühle.» Ein billiges Model, wie Waber feststellt. Damals hätten sie so gegen 25 Franken pro Stuhl bezahlt. Mit den Zahlen kennt er sich aus. Waber ist ein Mann der ersten Stunde und seit etwa 15 Jahren verantwortlich für die Finanzen des Kellertheaters. Viele namhafte Künstler Das Buch enthält viele Fotos. Auch melden sich in Gastbeiträgen zahlreiche Künstler zu Wort. Jede Spielsaison ist auf zwei Seiten dokumentiert. Schätzungsweise 450 Vorstellungen fanden in den vergangenen 25 Jahren im Kellertheater statt, rund Dreiviertel davon hat Markus Waber gesehen. «Am Anfang haben wir regelmässig in den Räumlichkeiten Weihnachtsausstellungen durchgeführt», erklärt Waber, als er im Buch im Jahre 1986 angekommen ist. «Und hier», sagt er und zeigt mit dem Finger auf ein Foto mit drei jungen Männern auf der gegenüberliegenden Seite. «Das Trio Tschou Zäme. Die waren auch ein paar Mal bei uns zu Gast.» Überhaupt seien einige namhafte Künstler im Kellertheater aufgetreten, wie Ursus und Nadeschkin oder das Duo Fischbach. Bei ihren Vorstellungen hätten sie am Anfang ihrer Karriere gestanden, fügt er hinzu. Heute wäre ein Auftritt vom Platz her nicht mehr möglich, denn das Kellertheater verfüge lediglich über 70 Sitzplätze. Diese würden bei weitem nicht ausreichen, um die Nachfrage abzudecken. Schluss nach 30 Minuten Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Markus Waber, als er ein paar Seiten weiter ein Foto mit Eva Lenherr und Jürgen Klein entdeckt. «Bei ihrer An-kunft hatten wir das Gefühl, ihre Requisiten stammten direkt vom Sperrmüll.» Doch als sie mit ihren defekten Puppen ein Stück von William Shakespeare auf-führten, seien alle fasziniert gewesen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm auch der Auftritt 1989 von Michael Frei und Ruedi Häusermann. Die beiden Künstler entlocken ihren Instrumenten extrem tiefe Töne. «Meine Ehefrau war hochschwanger mit unserer Tochter.» Und das Baby hätte mit extremem Strampeln auf die Musik reagiert, sodass sich die Mutter auf einen hinteren Platz setzen musste. Viele andere bekannte Gesichter begegnen Markus Waber im Buch. «Hier, das ist Giorgio Conte. Wenn er kam, mussten wir immer eine Flasche Whisky parat haben.» Auch Bessie Gräfin von Brühl ist ihm in Erinnerung geblieben. «Sie war so voll mit Drogen und Alkohol, dass wir die Aufführung nach 30 Minuten abbrechen und einen Arzt holen mussten.» Ein Paar aus dem Publikum habe die Frau zu sich nach Hause genommen. Mittlerweile trete die Künstlerin nicht mehr auf, schreibe jedoch gelegentlich für «Taxi», ein Arbeitslosenmagazin der Stadt Zürich. Besonders berührt Waber das Schicksal von Johana Bory. Die junge Frau aus der Westschweiz stand mit ihrer Handpuppe Bouton im Kellertheater im Januar 2010 zum letzten Mal in ihrem Leben auf einer Bühne. Kurz darauf verlor Johana Bory den Kampf gegen den Krebs. Damals war auch der Filmemacher Res Balzli in Langnau anwesend. Er begleitete die Frau über Monate hinweg mit der Kamera. Der daraus entstandene Dokumentarfilm wurde bereits im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt. Und wird diese Saison auch im Kellertheater zu sehen sein. «Ein eindrücklicher Film», sagt Waber. Jacqueline Graber >

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