Zum Hauptinhalt springen

Eigenwerbung verpasst

Die SCL Tigers haben die Playoff-Qualifikation definitiv verpasst. Das «Kellerduell» gegen Ambri-Piotta verloren die Emmentaler nach einer ungenügenden Darbietung mit 2:3. Die Enttäuschung darob hielt sich aber in Grenzen.

Der 4:2-Erfolg vom letzten Samstag gegen Lugano war auch sechs Tage später in der Ilfishalle immer noch präsent: Die Stadionsprecherin kündigte den gestrigen Gegner Ambri-Piotta zu Spielbeginn als HC Lugano an. Diese positive, wenn auch unfreiwillige Reminiszenz an den Sieg vor Wochenfrist – es war der erste Tigers-Erfolg nach neun Niederlagen en suite gewesen – schien die Langnauer zu Beginn jedoch eher zu lähmen denn zu beflügeln. Zdenek Kutlak hatte die Gäste früh in Front gebracht (4.Minute), wonach auf dem Videowürfel «Goal HC Lugano» angezeigt wurde. Aber spätestens nach dem ersten Drittel war sämtlichen Beteiligten klar, dass nicht Lugano, sondern eben dessen Kantonsrivale an der Ilfis gastierte. Denn Ambri verfügt gewiss über weniger Potenzial als das namhafte Ensemble aus dem Sottoceneri – dafür über mehr Leidenschaft und Kampfgeist. Diese Eigenschaften genügten bereits, um die Langnauer über weite Strecken in Schach zu halten. Schwacher Tigers-Auftritt Dem Zwischenhoch gegen Lugano zum Trotz vermochten die Tigers ihre Formschwäche nie zu kaschieren. Das Spielniveau glich sich der bescheidenen Affiche im Tabellenkeller der NLA an und ähnelte quasi einer Playout-Partie unter Ausschluss der Emotionen. Einzig nachdem Mauro Juri in der 45.Minute zum 1:3 getroffen hatte, zeigten die Emmentaler kurzzeitig eine Reaktion: Zu mehr als der Resultatverkürzung (Alexandre Daigle hatte in seinem 200.NLA-Spiel getroffen) sollte es den Emmentalern aber nicht mehr reichen. Während Ambri-Piotta deshalb nach Spielschluss seinen erst zweiten Auswärtssieg nach regulärer Spielzeit in dieser Saison feiern durfte, litt Sven Helfenstein in den Ilfis-Katakomben. «Wir hatten so viele Torchancen und vergaben die meisten leichtsinnig. Wir sind selber schuld», sagte der Schütze des ersten Tigers-Tores. Gelegenheit verpasst Nach der Niederlage gegen das NLA-Schlusslicht sind die Chancen auf eine Playoff-Teilnahme der Tigers nun auch ausserhalb des theoretischen Bereichs, was die rote Namensfärbung in der Tabelle des Teletexts impliziert. Auch das Heimrecht in der ersten Playout-Runde ist aus realistischer Warte betrachtet kaum mehr zu erreichen. «Ein herber Rückschlag ist dies aber nicht. Es ist nicht weiter tragisch, dass wir in den Playouts wohl zuerst auswärts antreten müssen – gegen wen auch immer», erklärte Helfenstein. Und Trainer Konstantin Kuraschew sagte: «Ich verliere nie gerne. Aber die Niederlage ist nicht so schlimm, erst nach der Olympiapause gilt es richtig ernst.» Was die Protagonisten bei deren Aussagen indes nicht berücksichtigen, ist der Fakt, wonach der Emmentaler Verein mehr denn je auch auf sportliche Zeichen angewiesen ist. Es ist bekannt, dass die Tigers auf dem aktuellen Budget (rund 6,5 Millionen Franken) basierend eine Million an zusätzlichen Werbeeinnahmen benötigen, damit sie gemäss Geschäftsführer Ruedi Zesiger nächste Saison konkurrenzfähig sein können. Diesbezüglich haben die Verantwortlichen bis dato zwar haufenweise Schulterklopfer, aber noch keine finanziellen Zusagen erhalten. Leistungen wie die gestrige dürften auf potenzielle Sponsoren kaum überzeugend wirken.Reto KirchhoferTelegramm/Tabelle Seite 16 >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch