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Ehgeiziges Programm ohne Publikumsmagnet

Kunstmuseum BernSurrealisten, Fotoprojekte und eine iPhone-App: Das Kunstmuseum hat sein Programm 2012 vorgestellt.

Es tönt wie eine Hiobsbotschaft: Das Kunstmuseum Bern verzeichnete im letzten Jahr 50 Prozent weniger Besucherinnen und Besucher als 2010. Doch die Institution lag 2011 mit 81765 Gästen durchaus im Durchschnitt der letzten Jahre. Dass die Diskrepanz zum Vorjahr so markant ausfällt, liegt an der rekordträchtigen Albert-Anker-Retrospektive, die dem Museum 2010 über 100000 Besucher bescherte (total 168919). Wie im 2011 setzt das Museum auch im neuen Jahr statt auf Blockbuster auf kunsthistorische Perlen und forschungsrelevante Themenbereiche. Im März eröffnet «Industrious» mit Werken des Schweizer Porträtfotografen Marco Grob und der beiden Industriefotografen David Hiepler und Fritz Brunier, die auf allen fünf Kontinenten Produktionsstätten des Baustoffkonzerns Holcim besuchten. Kunsthistorische Strömungen des 20.Jahrhunderts untersucht das Museum etwa anhand der ersten grossen Schweizer Retrospektive zu Sean Scully (geboren 1945) – dem für seine abstrakten Farbfelder bekannten irisch-amerikanischen Künstler. Auch die Abteilung Gegenwartskunst wartet mit zwei Perlen auf: Im Juni kann sich das Berner Publikum mit dem poetischen Werk der britischen Künstlerin Zarina Bhimji (geboren 1963) vertraut machen. Sie wuchs als Kind indischer Eltern in Uganda auf, von wo sie 1974 vertrieben wurde, und fragt heute in Fotografien, Filmen und Installationen nach kultureller, ethnischer und politischer Identität. Im Februar wird ein in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Paul Klee entstandenes iPhone-App lanciert. Auch die Website und die Facebook- und Twitterauftritte werden überarbeitet, Podcasts runden das digitale Angebot ab, mit dem das Museum ein jüngeres Publikum erschliessen will.Stefanie Christ>

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