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Durchbruch für Thuner Jungunternehmen

Thun/Rubigen Die

Fabian Ramseier und Daniel Wyder machen zufriedene Gesichter. Das war für den Eigentümer und den Geschäftsführer des Thuner Unternehmens Ramseier Woodcoat AG nicht immer so. «Wir mussten die Technik beinahe von Grund auf neu erfinden und haben auch Fehler gemacht», gesteht Ramseier. Als er vor fünf Jahren sein Unternehmen in Thun-Allmendingen eröffnete, war die Pulverbeschichtung von Holz lediglich im Ausland einer Handvoll Anbietern bekannt, nur entsprach die Qualität damals nicht den Marktanforderungen. Ursprung in Rubigen Dass ausgerechnet Fabian Ramseier auf die «verrückte» Idee kommt, Holzmöbel sowie hölzerne Inneneinrichtungen für Privathaushalte, Firmen oder den Laden- und Messebau mit Pulver zu beschichten, kommt nicht von ungefähr. Von seinem Vater übernahm er vor zwei Jahren die Ramseier Rubigen AG, in der seit über 20 Jahren verschiedene Metalle pulverbeschichtet werden. Dazu werden die Metallteile für Fenster, Storen, aber auch für die Automobilindustrie mit Pulver statt mit Lacken geschützt und gefärbt. Übernahme 2005 «Das muss doch auch bei Holz möglich sein», hatte sich der Jungunternehmer gesagt. 2005 übernahm er eine zum Verkauf stehende Fabrik im Industriequartier von Thun-Allmendingen und rüstete die von seinem Vater konstruierten Pulver-Kabinen für die Bearbeitung von Holzplatten um. Zusammen mit seinem Geschäftsführer Daniel Wyder wurde dann vorerst eine Weile lang in verschiedene Richtungen getüftelt, denn «Holz und Metall sind zwei ganz unterschiedliche Materialien». Der Trick bei der Pulverbeschichtung liegt darin, dass das Pulver elektrostatisch aufgeladen wird und auf eine geerdete und leitfähige Oberfläche gesprüht wird. Bei Metall kein Problem, vereinfacht gesagt ist das Pulver der Plus-, das Metall der Minuspol. Doch wie soll das bei Holz, das nicht leitfähig ist, funktionieren? Wie bei allem Genialen ist die Lösung einfach: Das Holz wird mit Löchern versehen und so an (leitfähigen) Metallhaltern aufgehängt. Zudem wurde die Brennfähigkeit des Holzes «ausgetrickst», indem die Härtung sowohl der Grundierung wie der Deckbeschichtung mit Infrarot bei niedrigen Temperaturen erfolgt. Jede erdenkliche Farbe Jetzt, da die Technik ausgereift ist und sich für alles Mögliche (und Unmögliche) bewährt hat, kann die Pulverbeschichtung von Holz jeder Lackierung und auch jeder Folie die Stange halten. Zudem kann mit Pulver nicht nur jede erdenkliche Farbe gewählt werden, auch dreidimensionale Oberflächen bis hin zum eingeritzten Firmenlogo werden vom Pulver absolut gleichmässig abgedeckt und schliesslich auch äusserst widerstandsfähig geschützt. Keine Lösungsmittel Was aber besonders für die Beschichtung spricht, ist der Umwelt- und Gesundheitsschutz: Das verwendete Pulver ist absolut frei von Lösungsmitteln und Giftstoffen. Während bei Lacken viel Material beim Sprayen verloren geht, die Luft aufwendig gereinigt und Lackschlamm entsorgt werden muss, gewinnt die Anlage in Thun-Allmendigen 97 Prozent des versprayten Pulvers an Ort und Stelle zurück. Die Baubiologen – und die Bewohnerinnen und Bewohner der Innenräume – wird das freuen. Mittlerweile beschäftigt die Ramseier Woodcoat AG acht Angestellte, Tendenz steigend. Roland Ducommun>

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