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dreihundertjähriges Grossprojekt

Im Anschluss an die UTB-Versammlung erzählte Fred Heer die spannende Geschichte der Kanderableitung in den Thunersee von 1711 bis 1714. Anhand von Plänen und anderen Quellen zeichnete der Bautechniker ein lebendiges Bild vom mächtigen Bern, von seinen weit gereisten und verwegenen Ingenieuren und den politischen Konstellationen, in denen die erste grosse Flusskorrektion der Schweiz geplant worden war. Er liess die Untertanen zu Wort kommen, die im versumpften Mündungsgebiet von Kander und Zulg unterhalb von Thun unter Malaria gelitten hatten, aber auch die Thuner, die von einer Umleitung des Flusses in den See Überschwemmungen befürchtet hatten – ist doch das Einzugsgebiet der Kander nicht kleiner als das der Aare, auf deren Wasserzufuhr die Brücken, Häuser, Mühlen und Abflüsse in Thun damals ausgelegt waren. Schritt für Schritt entfaltete Heer das spannende Drama um die zwei Projekte des Tagebaukanals und des Stollens darunter, die der entfesselte Fluss schliesslich beide weggerissen und durch seine eigene Schlucht ersetzt hatte. Neben den Hochwassern und den Reaktionen darauf – von den ersten hastigen Schutzmassnahmen bis zum Entlastungsstollen von 2009 – beleuchtete der Referent auch andere, heute vergessene Folgen der Kanderumleitung; so hatten die Bauern am alten Kanderlauf von einem Tag auf den anderen kein Wasser mehr für Haus, Stall und Felder, und die Mühlen standen still. All diese Folgen waren ebenso wie der Hochwasserschutz in Thun im Kanderprojekt nicht eingerechnet worden – wohl, um die Chancen der ohnehin sagenhaft teuren Pläne im Grossen Rat nicht weiter zu verschlechtern, wie der Referent vermutete.shu>

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