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Drei Sprünge zum Erfolg

LeichtathletikDer 17-jährige Thuner STB-Athlet Robert Clarke hat an der Europäischen Jugendolympiade (EYOF) Gold im Dreisprung geholt. Noch ist aber nicht sicher, ob er definitiv auf

Robert Clarke musste lange zittern, bis sein Sieg an der Europäischen Jugendolympiade (EYOF) in Trabzon (Tür) feststand. Im zweiten von sechs Versuchen hatte der 17-jährige Thuner mit 15,50 Metern einen Schweizer U-18-Rekord im Dreisprung aufgestellt. Gleich drei andere Athleten blieben, unterstützt von stärkerem Rückenwind, mit 15,49 Metern nur einen Zentimeter hinter Clarke zurück. Den Schweizer zu übertrumpfen vermochte jedoch niemand, sodass nach dem Wettkampf für Clarke die Nationalhymne gespielt wurde. «Dies war ein sensationelles Gefühl», sagt der 17-Jährige. In Thun begonnen Clarke stieg als Neunjähriger bei der LV Thun in die Leichtathletik ein. «Es gab einen Sponsorenlauf, und irgendwie hat mir gefallen, was ich dort gesehen habe», erinnert er sich. Mit 14 Jahren wechselte der Thuner, der heute die International School of Berne in Gümligen besucht, zum ST Bern. «Ich habe mit Dreisprung begonnen, und Bern liegt näher bei der Schule als Thun», begründet er den Vereinswechsel. Beim STB wurde Clarke Mitglied einer von Daniel Osterwalder geführten Gruppe von jungen Athleten, die alle ihre Stärken im Hoch-, Weit- oder Dreisprung haben. Der Gruppe gehört unter anderem auch Andreas Graber an, der zwei Jahre älter als Clarke und ebenfalls ein guter Dreispringer ist. Grabers Bestleistung ist mit 15,39 Metern nur unwesentlich schlechter als diejenige von Clarke. «Springen hat für mich etwas Ästhetisches», sagt Clarke. «Und in technischen Disziplinen hat ein Europäer auch mehr Chancen, es an die Spitze zu schaffen, als im Sprint.» Wo Clarke auch schon mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machte. Verschiedene Bewegungen Trainer Osterwalder sieht beim 1,90 Meter grossen Athleten verschiedene Stärken. «Er ist gross, schnell und hat ein gutes Technikverständnis», meint Osterwalder, der auch erklärt, warum aus Clarke gerade ein Dreispringer geworden ist. «Die Bewegungen beim Absprung sind bei jeder Sprungdisziplin verschieden. Bei Robert ist es so, dass er in einer Art abspringt, die für einen Weitspringer und auch für einen Hürdensprinter nicht ideal ist.» Deshalb wurden diese Disziplinen nicht forciert. Hingegen ist Clarke auch ein passabler Hochspringer, mit einer Bestleistung von 1,90 Metern ist er in der U-18-Kategorie in der Schweiz unter den 10 besten anzutreffen. In der Saison 2011 wurde bewusst auf die Sprungdisziplinen gesetzt. «Wir haben Robert etwa aus dem Staffelprojekt von Swiss Athletics genommen. Die Belastung wäre für ihn sonst zu gross geworden.» Nach wie vor bestreitet Clarke auch gerne Sprints; in der laufenden Saison ist er allerdings kaum über 100 Meter angetreten. Kein eigentliches Vorbild Clarke hat im Dreisprung kein eigentliches Vorbild. Vielmehr schaut er sich Videos von verschiedenen Weltklasseathleten an und versucht sich so zu verbessern. Aus seiner bisherigen Leistungsentwicklung lassen sich noch keine Schlüsse auf den weiteren Verlauf der Karriere ziehen. «Es gibt Athleten, die früh schon sehr gute Leistungen zeigten», sagt Trainer Osterwalder. «Umgekehrt ist Jonathan Edwards mit 17 Jahren erst 13,84 Meter weit gesprungen.» Edwards hält mit 18,29 Metern immer noch den Dreisprung-Weltrekord. Und noch ist nicht klar, ob sich Robert Clarke definitiv auf den Dreisprung spezialisiert. «In den nächsten zwei Jahren wird die Entscheidung fallen», erklärt Osterwalder. Reto Pfister>

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