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Drei Kapitäne, aber nur ein Schiff

Die bevorstehenden Gemeindewahlen mit dem Auftritt der drei Kandidaten fürs Ratspräsidium im Seehotel Terrasse in Bönigen sorgten für einen vollen Saal. SVP-Nationalrat Adrian Amstutz war beeindruckt: «Ich gratuliere.»

«Das sieht man selten», sagt Adrian Amstutz, und er fügt nach dem Blick in den vollbesetzten Saal des Seehotels Terrasse in Bönigen hinzu: «Hier scheint die Bevölkerung Lust auf Politik zu haben und das ist erfreulich». Damit leitete der SVP-Nationalrat aus Sigriswil am Wahlanlass der beiden Parteien, SVP und Junge Böniger Partei (JBP), vor den rund 160 Männer und Frauen sein Referat «Politik – Frust oder Lust?» ein. Und zog gleich seine persönliche Polit-Bilanz: «Zwanzig Prozent Frust zu achtzig Prozent Lust, so ist es schliesslich auch im täglichen Leben», sagte Amstutz. «Als Nationalrat oder bereits als Grossrat bin ich nie so nah beim Volk wie auf Gemeindeebene. Dort hat man als Ratsmitglied eine unerreichte Bürgernähe», erinnerte sich Amstutz. «Wichtige Entscheidungen im Rat machen jeweils schon am nächsten Tag im Dorf die Runde, die Reaktion ist unmittelbar, das muss man sich als neuer Kandidat für ein Amt in der Gemeinde einfach bewusst sein», richtete Amstutz seinen Appell an die 15 Männer und Frauen, die sich für einen der sieben Sitze in der Exekutive zur Verfügung stellen. Kandidaten vorgestellt Die sieben Kandidaten der Gemeinderatsliste 1 (Freie Bürger Bönigen – Koalition SVP/JBP) stellten sich kurz dem Publikum vor. Wie sich die drei Kandidaten fürs Gemeindepräsidium ihre Arbeit künftig vorstellen, wollte Gesprächsleiter Samuel Günter, Co-Chefredaktor Jungfrau Zeitung, von Arnold Seiler, Beni Knecht und Herbert Seiler wissen. Letzterer, portiert vom Überparteilichen Wahlkomitee Pro Bönigen, sprach in Bildern: «Als Präsident sehe ich mich in der Funktion eines Schiffkapitäns, der die Gemeinde mit sechs Offizieren im Sinne des Volkes führt». Beni Knecht, von den Freien Bürger Bönigen ins Rennen ums Präsidium geschickt, sprach von einer Herausforderung, sollte er gewählt werden, schränkte aber ein: «Ein ‹Superman› kann man als Präsident nicht sein, sondern vielmehr ein Leader, der einerseits seinem Team im Gemeinderat zur richtigen Zeit wichtige Inputs gibt und andererseits die Aufträge des Volkes umsetzt». Eine ähnliche Definition fand auch SP/Grüne-Kandidat Arnold Seiler,der zudem künftig auf die Reorganisation der Verwaltung setzt: «Mit dem erklärten Ziel, der Verwaltung mehr Kompetenz zuzugestehen und damit für den Rat Raum für strategische Entscheide zu schaffen, ist sicher auch der Gemeindepräsident stark gefordert». Herbert Seiler kritisierte die Finanzpolitik des jetzigen Gemeinderates. «Ich bin unglücklich über die derzeitige finanzielle Situation, schliesst man in diesem Jahr doch mit einem Defizit ab und hat auch fürs nächste Jahr einen Verlust budgetiert. Ich würde im Falle einer Wahl dort den Hebel ansetzen und beispielsweise das Millionen-Projekt Dorfbach-Sanierung nochmals vors Volk bringen». Beni Knecht, im Rat verantwortlich für die Sanierung konterte rasch. «Der Souverän hat vor einer Woche mit grossem Mehr der Dorfbach-Sanierung zugestimmt und damit dem Rat einen klaren Auftrag gegeben», sagte Knecht bestimmt. Zudem sei es aus Sicherheitsgründen zwingend, die Sanierung im Bereich Bären-Post zu realisieren. Arnold Seiler stimmte Knecht zu und wies darauf hin, dass die geplanten Investitionen nötig seien. «Natürlich ist dadurch die Finanzlage angespannt», sagte Knecht. «Aber der Finanzplan ist tragbar, dass haben Abklärungen bei Spezialisten bestätigt». Amstutz’ Gratulation Seilers und Knechts Voten passten genau auf den Schluss von Amstutz’ Referat zu Beginn des Podiums: «Ich gratuliere Euch, dass ihr eine bewegte Gemeinde seid».Hans Urfer>

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