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Ein verstecktes Idyll – wie früher

Etwas abseits im Emmental gibt es einen idyllischen Ort mit zwei Weihern. Die Zeit scheint dort stehen geblieben zu sein.

Das Idyll soll ein Idyll bleiben – die Eigentümer bitten, nicht zu publizieren, wo die Weiher liegen.
Das Idyll soll ein Idyll bleiben – die Eigentümer bitten, nicht zu publizieren, wo die Weiher liegen.
Thomas Peter

Zaghaft tasten sich Sonnenstrahlen ihren Weg durch das Dickicht. Trotz sommerlicher Temperaturen ist es angenehm kühl. Sanft plätschert das Wasser eines kleinen Baches über die Steine. Meine Gedanken schweifen in die Vergangenheit. Kindheitserinnerungen werden wach. Sicher 30 Jahre sind verstrichen, seit ich das letzte Mal hier war. Täuschen die Sinne oder ist die Zeit stehen geblieben? Draussen in der Welt wurde das Handy erfunden und der Euro eingeführt, im Bundesrat haben Frauen Einsitz genommen – nur hier ist alles wie anno dazumal.

Der idyllische Ort liegt etwas abseits im Emmental. Erreichbar ist er nur zu Fuss oder mit dem Velo, Parkplätze sind weit und breit keine vorhanden. Von einem Feldweg aus führt ein schlecht erkennbarer Trampelpfad zu diesem einmaligen Platz mit seinen beiden, nebeneinander liegenden und von Schachtelhalm gesäumten Weihern. Vielfältig ist die Geräuschkulisse: Ein Vogel singt, Grillen zirpen, Bienen summen und Mücken surren und sirren mit ihren Flügeln. Und obwohl das Wasser trüb ist, sehe ich in einem der Weiher blitzschnell einen Fisch vorüber schwimmen. Ich suche nach vertrauten und weniger vertrauten Spuren. Bestimmt neu ist der Rost über der Feuerstelle. Und ich nehme an, dass an dem kleinen Unterstand und den dazugehörenden Holzbänken in der Zwischenzeit Renovationsarbeiten durchgeführt worden sind. Wie oft die Feuerstelle benutzt wird, lässt sich nicht erahnen. Ebenso wenig, wie viele Leute überhaupt von diesem Ort wissen. Doch es müssen einige sind.

Und bei dieser Anzahl möchten es die Eigentümer des Kleinodes auch belassen. Deshalb bitten sie auch, die genaue Lage dieses Idylls nicht zu publizieren. Sie fürchten, dass sich sonst bald Abfallberge türmen und ein «Glöif» entsteht.

«Versteckt – entdeckt»: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Emmental-Redaktion spüren spezielle Orte auf. Solche, von denen sie schon gehört, die sie aber noch nie selber besucht haben. Oder solche, die vielen bekannt sind, auf die sie aber einen ganz eigenen Blick werfen. Bisher erschienen: «Kleines Moos, grosser Nutzen» (9.Juli)

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