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Künstler machen eine «Offerte»

Progr-Kulturschaffende wollen das ehemalige Progymnasium zu denselben Bedingungen wie der private Investor übernehmen.

Als der Investorenwettbewerb zum ehemaligen Progymnasium entschieden war, gingen einigen Kulturschaffenden im ansässigen Zentrum für Kulturproduktion Progr die Augen auf. Die Gewinner wollen das Haus für 2,4 Millionen Franken übernehmen. «Das ist nicht der grosse Betrag, bei dem wir keine Chance gehabt hätten», stellte Ateliermieter Matthias Kuhn gestern vor den Medien fest. Peter Aerschmann, Sprecher der neu gegründeten Künstlervereinigung, ist zuversichtlich, dass man das Geld für ein eigenes Angebot auftreiben kann: «Ich habe viele positive Signale von Mäzenen erhalten.» Allerdings, verpflichtet habe sich noch keiner. Er geht davon aus, dass rund zehn Millionen Franken Kapital beschafft werden müsste, im Unterschied zum Siegerprojekt des Wettbewerbs nicht alles auf einmal. Diese wollen über das Doppelte investieren.

«An die Spielregeln halten»

Stadtpräsident Alexander Tschäppät kann sich zwar vorstellen, dass die Sanierung billiger käme, weil die Raumstruktur übernommen würde und auch sonst weniger verändert werden müsste. Doch der Gemeinderat habe sich an die Spielregeln zu halten, die er sich mit dem Wettbewerb auferlegte. «Leider haben sich die Kulturschaffenden damals nicht gemeldet. Es wäre interessant gewesen, ihren Vorschlag mit einzubeziehen.»

Doch der Ball liege nun beim Stadtrat und danach beim Stimmvolk. Diese müssten sich nicht an die Vorgaben des Gemeinderats halten, sagte Tschäppät. «Der Finanzierungsnachweis ist aber eine wesentliche Frage, ohne ihn dürfte es schwierig werden.» Klar sei jedenfalls, dass der Progr kein «Zuschussbetrieb» der Stadt bleiben könne.

Das Künstlerkollektiv will seine Idee nicht als Forderung, sondern als Angebot verstanden wissen. In einem Papier ist der Vorschlag umrissen: Eine noch zu gründende Stiftung übernimmt zu denselben Bedingungen wie die Wettbewerbsgewinner das Gebäude und nimmt innert zehn Jahren eine «minimale» Sanierung vor. Die Stiftung würde die 80 Ateliers bewirtschaften. Auch die Stadt könnte weiterhin eine Rolle spielen, beispielsweise als Mieterin von Ausstellungsfläche.

Aerschmann und andere Progr-Mieter hoben die Bedeutung hervor, welches das Kulturzentrum innert nur vier Jahren, in denen die Zwischennutzung nun andauere, erlangt habe. Sie reiche weit über Bern hinaus. 150 Kulturschaffende arbeiteten hier. Der Schauspieler Norbert Klassen macht «Aufbruchsstimmung» aus, die ans Ende der 60er-Jahre erinnere. Damals seien kulturell Interessierte «von Zürich nach Bern gereist und nicht umgekehrt.» Diese Chance gelte es zu nutzen.

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