Gränchner Gringe

Als Barfrau im Element

Gränchner GringeSie ist Beizerin aus Überzeugung, Motivatorin und Gesprächspartnerin für jung und alt. Irgendwann mal will sie noch die Welt bereisen. Doch jetzt hat sie noch keine Zeit dazu. Denn Monika Fumasoli ist noch voller Energie und Ideen.

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Während vier Jahren hat sie fast ausschliesslich an der Centralstrasse 52 gelebt. Sechs Tage in der Woche hat sie Gäste bedient, die Bistro-Bar in Schwung gehalten und die administrativen Arbeiten und die Buchhaltung besorgt. Im Juli 2007 war Schluss; sie wollte sich wieder auf andere Ziele konzentrieren. Doch bereits wenige Monate später liess sich die ehemalige Pächterin des Dolce Vita als Aushilfe dort wieder anstellen. Und wer sie in ihrem Element beobachtet, merkt, wie sehr es ihr Spass macht.

Monika Fumasoli ist in Grenchen aufgewachsen. Sie ist gelernte Coiffeuse und heiratete im Alter von 20 Jahren. «Zehn Jahre war ich Mama und Hausfrau», erinnert sie sich an die Zeit, als ihr Sohn und ihre Tochter klein waren. Bald wieder hat sie aushilfsweise Damenfrisuren kreiert und später in einem Getränkefachgeschäft während fünf Jahren halbtags die Büroarbeit erledigt. Im Betrieb ihres Mannes arbeitete sie vier Jahre lang. Zum Maschinenhandel gehörte auch die Fertigung und der Vertrieb von Werbeuhren. «Uhrenmachen ist definitiv nicht mein Ding», berichtet sie von dieser Erfahrung und ergänzt, dass sie nicht der Typ sei, der allein am Etabli werke. «Ich brauche Leute», erklärt sie bestimmt. An der Rezeption im Kakadu Bettlach war sie tätig und während zehn Jahren im Sportpark Büren – auch als Geschäftsführerin. Im Dolce Vita kann sich die 56-jährige voll entfalten. Sie schätzt ihr junges Publikum und natürlich duzen sich alle. Wenn ältere Menschen die Gastfreundschaft des kleinen Bistros suchen, sind sie willkommen. Fumasoli fragt nach den Wünschen und stellt sich unbekannten Gästen spontan mit ihrem Vornamen vor.

Der Fasnachtsvirus wurde ihr in die Wiege gelegt. Ihr Vater, Marcel Clémençon, hat viel für die Grenchner Fasnacht bewirkt. Sie hat es ihm gleichgetan und war Mitglied der Lunazunft. 2004, nach dem Umzug am Fasnachtssonntag, herrschte im Dolce Vita Partystimmung. Ihre jungen Gäste regten an, an der nächsten Fasnacht mitzutun. Insbesondere ihre Tochter mit ihren Freundinnen spielte eine aktive Rolle. Fumasoli hat motiviert, hat eine Infoversammlung auf die Beine gestellt; es kamen mehr als 20 Interessierte. «Mir war es wichtig, dass die Begeisterung für längere Zeit anhielt», berichtet sie mit vifen Augen.

Die Zunftmeisterin

Am 13. Juli 2004 wurde an einer Versammlung die Dolce-Vita-Zunft gegründet. Bereits einige Monate später heimste die neue Zunft mit ihrer Beizendeko den ersten Preis ein. Eine Erfolgsstory: Die Zunft gedeiht und Fumasoli wirkt aktiv als Zunftmeisterin. Im Dolce Vita herrscht oft Partystimmung. Gäste kochen vor dem Lokal und gestalten gern mit.

Ein halber Seelendoktor

«Ich höre gern zu», bezeichnet Monika Fumasoli eine ihrer Haupteigenschaften. Mehrheitlich Männer gehen im Lokal ein und aus. «Manchmal bin ich ein halber Seelendoktor», berichtet sie lächelnd von ihren Begegnungen. Es sei wichtig, wer im Lokal die Verantwortung trage, erzählt sie von ihren Erfahrungen. Selten muss sich schlichten. Wenn schon, tut sie es bestimmt und wird respektiert. Vorbehaltlos sind ihr alle Gäste lieb. Nur einmal, in ihrer Zeit als Pächterin, kam es zum Eklat. Eine Gruppe von Männer, die der rechtsextremen Szene zugerechnet werden, hat beträchtlichen Schaden angerichtet. Diesen Gewaltausbruch aus dem Nichts heraus versteht sie noch heute nicht. Diesen Gästen ist seither der Zutritt zum Lokal untersagt. «Ich mache keine Pläne, was morgen oder übermorgen sein soll», sagt Fumasoli nachdenklich. Sie weiss aber, dass sie irgendwann noch reisen und sich die Welt anschauen will. Auch für Bücher und Bastelarbeit will sie sich in Zukunft mehr Zeit nehmen.

Erstellt: 28.10.2008, 09:12 Uhr

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