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Die Verwaltung arbeitet auf der Baustelle

ittigenDie Gemeindeverwaltung ist eine Baustelle. Während die Bauarbeiter

Wenn der Schlagbohrer angesetzt wird, dringt der Lärm durch Wände und Räume hindurch und erschüttert Urs Bohrens Büro. Dieses Geräusch ist am schlimmsten für den Leiter der Abteilung Soziales in der Gemeindeverwaltung Ittigen. Er musste auch schon Telefonate abbrechen, weil er trotz Schreien seine eigene Stimme nicht mehr hörte. Für Bohrens Kollegen Jürg Flückiger ist auch der Lärm der Fräse eine Herausforderung. «Bei dieser Frequenz kriege ich Kopfschmerzen», sagt er. Die Mitarbeiter der Ittiger Gemeindeverwaltung arbeiten zurzeit unter erschwerten Bedingungen: Vor der Fassade ihrer Büros klafft ein Loch. Dort entsteht der Neubau, der das heutige Gemeindehaus ergänzen wird (siehe Kasten). Ein Bagger schaufelt Erde weg, ein Kran lässt Bauelemente durch die Luft schweben. Auf einem kleinen Vordach an der Fassade steht ein Bauarbeiter und fräst, dass die Funken sprühen. Teile dieser Fassade werden abgebrochen, damit später ein Innenhof entsteht, der Alt- und Neubau verbindet. Leichtes Kratzen im Hals Im Gemeindehaus wird im Moment gleichzeitig auf sechs Baustellen gearbeitet. Eine befindet sich mitten in der Abteilung Soziales. Während Urs Bohren bereits in ein renoviertes Büro bei der früheren Cafeteria ziehen konnte, arbeitet Jürg Flückiger noch im alten. Einige Büros zwischen den beiden sind noch am Entstehen. Bauarbeiter streichen Türrahmen und montieren Heizungen. Kabel, Plastik und Holzladen überall. Es riecht nach frischer Farbe. Ein leichtes Kratzen im Hals lässt den Staub in der Luft erahnen. In der Abteilung Soziales sind die Arbeiten am neuen Gemeindehaus am weitesten fortgeschritten. Für die 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat bereits die erste Zügelphase begonnen, während die übrigen Abteilungen noch an Ort und Stelle sind. «Zügeln hat Vor- und Nachteile», sagt Urs Bohren. «Ich konnte endlich vieles wegschmeissen. Aber ich packe einfach nicht gerne.» Sein neues Büro sieht etwas vollgestopft aus. «Zuvor hatte ich mehr Platz», erklärt er. Es ist auch nicht geplant, dass der Abteilungsleiter in diesem Sozialarbeiterbüro bleibt. In einer zweiten Zügelphase wird er in jene Räume ziehen, die im Moment noch unrenoviert sind. Doch das wird erst im August 2012 der Fall sein. «Dann bin ich bereits pensioniert», sagt Bohren und lächelt. Kaffee im Kommandoraum Auch wenn die Umstände erschwert sind – man macht es sich so gemütlich wie möglich in der Ittiger Gemeindeverwaltung. Der Kommandoraum des Zivilschutzes wurde zur Cafeteria umfunktioniert. An den Bunkerwänden hängen Fotos von Übungseinsätzen, eine Karte der Berner Altstadt wurde aus der früheren Cafeteria gerettet. Ein mobiler Heizkörper verströmt trockene Hitze. Jemand hat Papierblumen aufgehängt. «Anfangs dachte ich, hier werde ich nicht häufig sein», erinnert sich Flückiger. Doch nun verbringt er fast jede Pause hier unten. Er ist nicht der Einzige. Langsam füllt sich die Bunkercafeteria. «Letztes Jahr noch habe ich gedacht, diesen Umbau möchte ich lieber nicht erleben», sagt Flückiger. «Aber nun ist es eigentlich gar nicht so schlimm.» Natürlich, als man letzte Woche das Treppenhaus herausgerissen habe, sei das schon ein bisschen wie ein Erdbeben gewesen. Klar, auf den Möbeln habe es eine Staubschicht. Und doch, es sei manchmal schon «an der Grenze des Zumutbaren». Aber man gewöhne sich an vieles. Nicht zuletzt gibt es auch witzige Erlebnisse rund um die Bauerei: etwa als Urs Bohrens Stellvertreter Alexander Kobel eingespannt wurde, um eine versehentlich herausgebrochene Wand abzudichten. Das Loch war hoch oben, und nirgends war ein Schemel oder eine Leiter. Da kam der Zweimetermann gerade recht, um ein Brett zu fixieren. Es ist Mittagszeit. Die Mitarbeiter wärmen in der Mikrowelle ihr Essen auf. Draussen sind die Baumaschinen verstummt, es ist ruhig. Ein Zustand, den die Mitarbeiter im Moment sehr zu schätzen wissen. Sandra Rutschi>

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