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«Die Stimmung ist ein bisschen gelöster als zuvor»

UnihockeyThomas von Känel (26), seit der Freistellung Thomas Bergers ad interim Cheftrainer Wiler-Ersigens, spricht vor der Halbfinalserie gegen die Langnauer Tigers über seinen Vorgänger, sein Alter und seine Mannschaft.

Wie hat die Mannschaft die Niederlage im Cupfinal verarbeitet? Thomas von Känel: Gut, unsere Konzentration gilt längst der Halbfinalserie gegen die Tigers. Die Niederlage wurde nur kurz thematisiert; ich bin nicht der Typ, der in Wunden gräbt. In welchen Bereichen setzten Sie in dieser Woche im Training die Schwerpunkte? Wir haben bezüglich Linienzusammensetzung Alternativen geprüft sowie das Über- und Unterzahlspiel genauer angeschaut. In erster Linie gilt die Konzentration unserem Auftritt, aber wir haben natürlich auch ein Auge auf die Tigers geworfen. Wo liegen deren Stärken? Es ist immer schwierig, gegen sie zu spielen, weil sie bis zur letzten Sekunde kämpfen. Zudem verfügen Sie über sehr gute Distanzschützen. Wer Köniz 4:0 schlägt, ist auf jeden Fall in guter Form. Was hat sich in der Mannschaft infolge des Abgangs von Thomas Berger verändert? Jeder Trainer hat seinen eigenen Führungsstil. Der eine mag es autoritärer, der andere lässt mehr «Teamleben» zu. Die Stimmung ist sicherlich ein bisschen gelöster als zuvor, die Konzentration aber die gleiche geblieben. Wir haben aber nicht viel verändert – weshalb hätten wir das auch tun sollen? Bergers Weg hat Wiler-Ersigen Erfolg gebracht. Was haben Sie in den drei Jahren als Assistent von Berger gelernt? Für diese Zeit bin ich sehr dankbar. Die Hartnäckigkeit, mit der er an Details feilt, ist eine Riesenstärke. Er hinterfragt alles, fällt keinen Entscheid, ohne sich mit den möglichen Auswirkungen befasst zu haben. Es ist kein Zufall, wird er vom Erfolg begleitet. Sie sind 26-jährig und damit jünger als die meisten Ihrer Schlüsselspieler. Wie gehen Sie mit diesem Fakt um? Ich war knapp 19 Jahre alt, als mir im Beruf 40-Jährige unterstellt wurden; Schwierigkeiten hatte ich deswegen nie. Das Alter ist sekundär; es kommt auf die Art an, mit der man mit den Leuten umgeht. Unseren Routiniers muss man sowieso Respekt zollen; selbst wenn man älter ist als sie. Ich habe kein Problem damit, ihre Meinung zu hören – im Gegenteil. Und sie haben kein Problem damit, dass Olle Thorsell und ich die Entscheidungen treffen. Nicht nur der angeschlagene Schwede Thorsell, sondern auch dessen rekonvaleszenter Landsmann Henrik Quist gehört zum Betreuerteam. Wie sind die Aufgaben verteilt? Thorsell und ich bestimmen Taktik und Aufstellung, Quist ist eher als Berater tätig. Ihm kommt bisweilen die Sprachbarriere in die Quere. Wobei: Sein Deutsch ist besser, als viele glauben; er müsste es einfach öfter gebrauchen. Sie haben Ihren Vertrag als Assistenztrainer verlängert, werden in den nächsten zwei Jahren unter Heikki Luukkonen tätig sein. War die Übernahme eines Chefamtes eine Option gewesen? Ich hatte in den letzten Jahren mehrere Angebote, eine Mobiliar-League-Mannschaft zu übernehmen. Zwei Sachen waren für den Verbleib bei Wiler-Ersigen ausschlaggebend: Erstens ist mir das Team ans Herz gewachsen, zweitens werde ich durch Luukkonen die finnische Unihockeyphilosophie kennen lernen. Wäre die Zusammenarbeit mit Berger fortgesetzt worden, hätte ich womöglich eine neue Herausforderung gesucht, weil ich mich stetig weiterentwickeln will. Interview: Micha Jegge >

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