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Die Schokolade ist das Geheimnis der Kägi-fret

Das kleine rechteckige Kägi-fret ist bei vielen Schleckmäulern beliebt. Dieses Jahr feiert deren Herstellerin, die ehemals zur Berner Valora gehörende Kägi Söhne AG in Lichtensteig SG, ihr 75-jähriges Bestehen.

Fährt man durch das verschlafene Dorf Lichtensteig in der toggenburgischen Berglandschaft, denkt man zuallererst an Wanderer und Kühe. Eher weniger rechnet man damit, dass hier ein Betrieb steht, der weltweit bekannte Waffelspezialitäten herstellt: die «Kägi-fretli» oder «Toggi», wie sie im Ausland genannt werden. Dafür verantwortlich ist Kägi Söhne AG, die bis zum letzten Jahr zur ehemals in Bern ansässigen Valora-Gruppe gehörte. Die Kägi Söhne AG setzte im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Franken um. 37 Prozent Exportanteil Am besten beginnt man den Weg durch die Fabrik beim Altbekannten: dem schon fertig verpackten Kägi-fret und den Toggenburger Butterbiscuits. In einem gekühlten Raum werden die Kägi-Guezli zwischengelagert, bis sie ihren Weg zu den Kunden antreten. Jährlich werden in Lichtensteig «rund 3000 Tonnen Kägi-fret und andere Waffelspezialitäten wie die Toggenburger Butterbiscuits hergestellt», erklärt Beat Siegfried, CEO der Kägi Söhne AG. Die Firma beliefert aber nicht nur Schleckmäuler in der Schweiz mit ihren Waffeln. 37 Prozent der Produkte gehen ins Ausland. In 19 Ländern verkauft das Unternehmen seine Produkte. Dazu zählen nebst Deutschland und Österreich auch Länder in Asien und im Mittleren Osten. Eigene Schoggifabrik Über die Treppe gehts einen Stock tiefer, wo das «Geheimrezept» der Kägi-fret umgesetzt wird: die Milchschokolade für den Überzug des Kägi-fret. Was den wenigsten bekannt sein dürfte: Kägi stellt seit Anbeginn die Schokolade selbst her. «Wir sind zu 40 Prozent eine Schoggifabrik», erklärt Siegfried. Noch stärker als in der restlichen Produktion legt Kägi hier Wert auf einfache Maschinen. Dies springt einem als Besucher ins Auge. Wer in das Schokoladenreich eintritt, sieht sich 18 traditionellen speziellen Rührwerken, die im Schnitt 50 Jahre alt sind und mehr überdimensionalen Handmixern gleichen als Hochleistungsmaschinen, gegenüber. «Wir kaufen diese von verschiedenen Firmen zusammen, welche die altgedienten Werke nicht mehr benötigen», erklärt Siegfried. Grund dafür: die Qualität und Zuverlässigkeit der Maschinen. 720 Kilogramm Schokoladenmasse werden hier pro Maschine während 52 Stunden zu einer zarten Schokolade weiterverarbeitet und veredelt, bis sie einen Stock höher in die Produktionshalle gepumpt werden. Araber lieben es süss Eine Million Guezli gehen hier pro Tag über die Bänder. Kägi-fret ist jedoch nicht gleich Kägi-fret. So gibt es verschiedene Geschmacksrichtungen wie Kokosnuss oder Rum. Denn je nach Exportland gibt es gewichtige Unterschiede bei den Geschmäckern. So wird für den arabischen Raum «ein spezielles Kägi-fret mit einem erhöhten Anteil Schokoladenfüllung produziert», so Siegfried. Ist man im Orient also eher süss ausgerichtet, «verkaufen sich in Asien vor allem Kägi-fret mit Rum sehr gut», erklärt Siegfried. Traditionen sind wichtig Die Gebrüder Otto, Alfred und Eugen Kägi verkauften das Unternehmen 1996 an die Berner Valora-Gruppe, die es ihrerseits im Jahr 2008 der Investmentgesellschaft Argos Soditic weiterverkaufte. Diese wiederum will das Unternehmen in drei bis fünf Jahren abstossen. Dennoch ist der Bezug auf die Gründerväter wichtig: So nahmen Otto, Alfred und Eugen Kägi an den diesjährigen Feierlichkeiten zum Jubiläum teil. «Die Wurzeln sind uns wichtig», sagt Siegfried. Dazu gehören zudem die traditionellen Produktionsmaschinen und auch der Betrieb von Menschenhand. «Wir verlassen uns stark auf das Know-how der 70 Mitarbeiter und ihr Engagement», erklärt Siegfried. Und wie sieht die Zukunft von Kägi aus? Von der Wirtschaftskrise blieb das Unternehmen weitgehend verschont. In den vergangenen Jahren «konnten wir den Exportanteil verdoppeln», weiss Siegfried, und die Firma verfüge noch über Kapazitäten. Eine Verlagerung der Produktion oder eine massive Expansion seien jedoch nicht im Sinn der Firma. Jedoch sollen die ausländischen Märkte noch intensiver bearbeitet werden. Dunkles Kägi-fret geplant «In der Schweiz verfügen wir schon über einen hohen Bekanntheitsgrad», sagt Siegfried. Doch auch hier zu Lande will das Unternehmen mit Innovationen aufwarten: Es arbeitet derzeit an der Entwicklung eines Kägi-fret mit einem Überzug aus dunkler Schokolade: «Voraussichtlich werden diese im März 2010 im Schweizer Markt eingeführt», verspricht Firmenchef Siegfried. Stéphanie Fuchs >

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