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Die Richtung stimmt

SC BernDer Meister hat den Playoff-Viertelfinal gegen die kampfstarken SCL Tigers standesgemäss eröffnet. Den 3:1-Heimsieg hatten die Stadtberner einem Spieler zu verdanken, der gewöhnlich auf der Tribüne sitzt: Simon Gamache brach mit dem 1:0 den Bann und sorgte mit dem 3:0 für die Entscheidung. «Er ist immer dort, wo es brennt», sagte Verteidiger Andreas Hänni.

Ausgerechnet Simon Gamache. Dem Kanadier gelang in der 35.Minute für den SCB gegen die hartnäckigen SCL Tigers das 1:0. Der kleine Flügel setzte sich an der Bande gegen Kim Lindemann durch, umkurvte elegant den am Boden liegenden Jörg Reber und schoss den Puck unter die Latte. Ausgerechnet Gamache, der beim Meister in der Ausländerhierarchie ganz unten anzusiedeln ist. Ausgerechnet Gamache, der zum HC Gottéron wechseln wird, der letztmals vor über einem Monat gespielt und «wegen einer Familiensache» zuletzt in der Heimat geweilt und kaum trainiert hatte. «Bei ihm überrascht mich nichts mehr – er ist immer dort, wo es brennt», sagte SCB-Verteidiger Andreas Hänni nach dem 3:1-Erfolg. Und Larry Huras versuchte gar nicht, abzustreiten, dass er Gamache nur eingesetzt hatte, weil Jean-Pierre Vigier und Brett McLean verletzt sind. «Wir haben ihn für die Playoffs geschont», sagte der SCB-Coach scherzhaft. Rauferei in der 2.Minute Zuvor war es in der ausverkauften Postfinance-Arena freilich ernst zugegangen. Die SCB-Anhänger hatten sich für das erste Playoff-Duell zwischen den rivalisierenden Berner Klubs zwar eine passende und Respekt demonstrierende Choreografie einfallen lassen und die eindrückliche Stehrampe in ein riesiges Kantonswappen verwandelt, aber auf dem Eis wurden keine Freundlichkeiten ausgetauscht. Schon in der zweiten Minute streckte der Langnauer Sebastian Schilt SCB-Flügel Ivo Rüthemann mit einem Crosscheck nieder, worauf Hänni, gewöhnlich ein ruhiger, sanfter Zeitgenosse, das erste Handgemenge auslöste. «So, wie Ivo attackierte wurde, blieb mir nichts anderes übrig, als zu reagieren», meinte er. In der Folge waren die favorisierten Mutzen klar überlegen, doch sie bissen sich an der kompakten Emmentaler Mannschaft und deren Reduit-Taktik lange die Zähne aus. Weil die Tigers die Räume eng machten und mit harten Aktionen – besonders furchterregend war ein Check Simon Mosers von hinten gegen Christian Dubé – den Rhythmus brachen, entwickelte sich kein flüssiges Spiel. «Es war das Ziel der Langnauer, unser Spiel kaputtzumachen», meinte Pascal Berger. Der Torschütze zum 2:0 sagte dies nicht vorwurfsvoll, sondern im Wissen darum, dass die Gäste legitimerweise die erfolgversprechendste Strategie anwandten. Berger hielt aber auch fest, es sei wichtig gewesen, habe der SCB physisch dagegengehalten und auch mal mit gleicher Münze zurückgezahlt. «Sonst hätten sie noch das Gefühl bekommen, sie seien auf dem Eis die Chefs.» Die 0:0-Mentalität erhalten Letztlich waren die Stadtberner obenauf, und zwar aus zwei Gründen: Einerseits liessen sie wenige Chancen und zum fünften Mal hintereinander nur einen Gegentreffer zu, anderseits hatten sie Gamache in ihren Reihen. Er war nicht nur wegen des wichtigen Führungstreffers die auffälligste Figur. Im ersten Drittel war der Freigeist wegen inkorrekter Ausrüstung auf die Strafbank verbannt worden, im Schlussabschnitt krönte er seine starke Leistung mit dem 3:0, wobei er den Puck mit höchster Präzision in die linke obere Torecke spedierte. Berger, der mit dem Kanadier und Ryan Gardner eine Linie gebildet hatte, erzählte, er sei vom Auftritt Gamaches «definitiv nicht überrascht. Er ist ein Profi und ein Typ, der sie nutzt, wenn er eine Chance bekommt.» Wie oft der Wirbelwind in der Viertelfinalserie noch zum Einsatz kommt, ist unklar, weil McLean bald wieder gesund sein dürfte. Wichtiger als die Aufstellung dürfte für den Meister gegen die SCL Tigers sowieso die Einstellung sein. Hänni formulierte es so: «Obwohl wir in der Serie 1:0 führen, müssen wir am Dienstag mit einer 0:0-Mentalität in den Match steigen.» Adrian Ruch>

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