Zum Hauptinhalt springen

Die Pfarrsfamilie ziehts nach Thun

DemissionPfarrer Christian Weber steht in Oberwil im

Pfarrer Christian Weber verlässt mit seiner Familie die reformierte Kirchgemeinde Oberwil. In seinem fünften Amtsjahr stehend hat der 43-Jährige auf den 31. Juli demissioniert. «Die Kirche und das Pfarrhaus mit den rund 1500 Quadratmetern Umschwung sind wunderschön», erklärt Weber. «Ich und meine Frau fühlen uns vom aktuellen Kirchgemeinderat sowie den diversen Mitarbeitenden unterstützt und getragen. Auch unsere Kinder sind in der Schule gut integriert.» Aber trotz all dem Positiven – es seien in dieser Zeit ja auch diverse gute Beziehungen und Freundschaften entstanden – fehle zum absoluten Wohlfühlen etwas. Er und seine Frau, Regine Gafner, hätten bald einmal gespürt: «Irgendwie werden wir trotz allem Fremde bleiben – hier werden wir nicht pensioniert.» Dazu sei ihm eine Szene in Erinnerung geblieben, die er zwar nicht dramatisieren wolle, die aber doch auf eine Art sinnbildlich sei. Einen Knaben der Unterschule habe er zurechtgewiesen, weil dieser Zwetschgen gegen das weisse Wäschhüsi bei der Kirche geworfen hatte. Die Reaktion habe gelautet: «I wohne de scho länger da. Du hesch mir nüt z’säge.» Frau arbeitet im Hintergrund Webers Frau war Lehrerin und gibt nun in Oberwil zwar Kirchlichen Unterricht (KUW), hält sich aber sonst im Hintergrund. «Obschon ihr die Kirchgemeinde am Herzen liegt, repräsentiert sie so vielleicht nicht unbedingt die klassische Frau Pfarrer. Doch sie erledigt den grossen Haushalt, kümmert sich um die vier Kinder und unterstützt mich bei meiner Tätigkeit sehr», betont der Theologe. «Ohne sie wäre ich schon früher wieder gegangen.» Der aus Burgdorf stammende Christian Weber war ursprünglich Drogist und später in der Pharmaindustrie tätig. «Doch ein persönliches Umdenken liess mich dann das Wagnis eingehen: Innert sechs Jahren an der Universität – inklusive Vikariat in Hilterfingen – liess ich mich auf dem kürzesten Weg zum Pfarrer VDM ausbilden.» VDM bedeutet Verbi Divini ministri – Dienende am Göttlichen Wort. Zur 80-Prozent-Pfarrstelle in Oberwil kamen bald 15 Prozent als Spitalpfarrer in Zweisimmen dazu. Weitere fünf Prozent macht die von ihm in Oberwil aufgebaute Kinder- und Jugendarbeit aus. «Ich erfuhr hier an meiner ersten Stelle sehr viel Entgegenkommen und Unterstützung», betont Christian Weber. «So kann ich auch noch als Armee- und Notfallseelsorger wirken und bin Mitglied des kantonalen Care-Teams.» «Der Zeitpunkt ist ideal» Die Pfarrfamilie zieht es nach Thun. «Für uns ist der Zeitpunkt deshalb ideal, weil unser ältester Sohn nun dort ans Gymnasium geht», erklärt Weber. Als Pfarrer wird er künftig in Kehrsatz wirken, wo er nicht wohnhaft sein muss. Er weiss, dass der Umzug ins Städtische einige Leute in Oberwil überraschen und enttäuschen wird. «Aber ich muss auch zu mir und meiner Familie Sorge tragen.» Und in Bezug auf seine Hobbys – Motorradfahren und Gleitschirmfliegen – meint er: «Ich bin halt ein freiheitsliebender Mensch» Peter Rothacher>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch