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Die Mafiosi hielten sich etwas zurück

Burgdorf bleibt von der Mafia verschont – zumindest vorläufig. In den Räumen des Theater Z fanden sich nur wenige Gäste zur Mafiaparty ein. Zwischen den Tanzrunden kam das Gespräch auf Organhandel und Schmiergelder.

Am Samstag sollte es in der Burgdorfer Oberstadt zu einem Treffen der Mafia kommen. Doch die heimlichen Beobachter der kriminellen Organisation hatten einen schweren Stand. Offenbar scheuten die Damen und Herren den öffentlichen Auftritt. Zu auffällig waren die Plakate zur «Mafiaparty» in der Emmestadt platziert worden. Erst gegen Mitternacht liessen sich vereinzelte «dunkle Gestalten» blicken. Das Zwillingspaar Claudia und Karin Fankhauser fungiert zusammen mit Christine Landolt und Katja Born als Gastgeberinnen. «Eine solche Party braucht für die Besucherinnen und Besucher mehr Vorbereitung als herkömmliche Anlässe. Sie müssen passende Kleider zum Thema finden und sich dann auch noch getrauen, so zu erscheinen», sagt Claudia Fankhauser. Das sei sicher mit ein Grund, dass nur einige Leute den Weg zur Mafiaparty geschafft hätten. Zudem seien die Krimitage ja erst angelaufen. «Für die kommende Party haben wir bereits recht viele Anmeldungen», sagt Fankhauser. Defizit werde keines entstehen, da alle ehrenamtlich mitarbeiten würden. Sicher nicht defizitär sind auch die Geschäfte von Sabine und Marianne Müller, Otto Zuber und Trevor Hirschi. Die Berner Mafiosi diskutieren ganz offen über Organhandel und Schmiergelder. Hirschi – er bezeichnet sich als korrupten Medikamentenhändler der Novartis – will die Gelegenheit zum «Networking» mit den Mafiagrössen nutzen und zeigt auf dem Parkett, dass er auch ein gewandter Tänzer ist. Da bleibt Zuber lieber diskret im Hintergrund, wie es dies die ganz Grossen auch machen würden. Dass die Damen schöne Kleider und teure Taschen mögen, scheint selbstverständlich. Und dass sie nebenbei auch noch über ganz schmutzige Geschäfte sprechen, erstaunt die stillen Beobachter weiter nicht. Weniger gesprächig zeigt sich DJ «Al Capone» alias Vinetu Demiroski. Er lässt die Scheiben rotieren und sorgt dafür, dass die Gäste ja nicht ungehalten werden. Denn das könnte sich für ihn als ganz schön gefährlich erweisen. Wer genau hinschaut, sichtet seinen Revolver unter dem weissen Gilet. Selbstverständlich tragen alle Hüte, das gehört mit zum Spiel. Ursula Grütter >

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